Business Intelligence wird standardisiert

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Der Markt für BI wächst mit dem Datenaufkommen. Mittelständler fordern auch immer mehr Aufmerksamkeit von den Herstellern.

Die Software für Business Intelligence (BI), die in Deutschland vertrieben wird, wird zur Commodity. Denn die Standard-Softwareanbieter für solche Lösungen verzeichnen ein stetiges Wachstum – und das schon einige Jahre. Das ist das Ergebnis einer Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Lünendonk.

Dem zufolge sind “kontinuierlich zunehmende Datenmengen sowie der Wunsch nach ihrer adäquaten Aufbereitung, kombiniert mit der Nutzenmaximierung der unternehmenseigenen IT-Systeme” dafür verantwortlich, dass immer mehr Anwender solche Lösungen suchen. Davon profitieren die Anbieter, die von Lünendonk jetzt in einem Ranking mit 15 Plätzen zusammengefasst wurden.

Spitzenreiter ist demnach der weltweite Trendsetter im BI-Markt, SAS Institute. Die deutsche Niederlassung in Heidelberg hat demnach 128,5 Millionen Euro mit diesen Anwendungen umgesetzt. Die Darmstädter MIS AG belegt mit einem Jahresumsatz für 2004 von 44,7 Millionen Euro den zweiten Platz, dicht gefolgt von Cognos, die einen Umsatz von 37 Millionen Euro erwirtschaftet haben.

Bisher, so haben die Macher der neuen Lünendonk-Liste festgestellt, waren aber vor allem Großunternehmen an standardisierten Lösungen für BI interessiert. Doch sie bestätigten die Aussagen der Hersteller Cognos und SAS, die beide auf der CeBIT 2005 davon sprachen, dass der größere Teil des Mittelstands inzwischen genug Datenmengen verwalten muss, um eigene BI-Lösungen auszureizen. Immer öfter, so Lünendonk, wird jetzt auch im Mittelstand solche Software verlangt. Das eröffnet auch mittelständischen Anbietern von BI-Software neue Möglichkeiten, sofern sie es verstehen, auf die Bedürfnisse ihrer Kunden einzugehen.

Für die Zukunft erwarten die Berater, dass Techniken wie Radio Frequency Identification (RFID) zu einem derart großen Datenaufkommen führen, dass über kurz oder lang wohl jedes Unternehmen, das diese Technik verwendet, auch über BI nachdenken muss. Der zweite Treiber für BI ist demnach Basel II.

Der Markt an sich ist nach Ansicht der Lünendonk-Experten noch nicht ausgeschöpft. Einerseits hätten sich die BI-Lösungen vielerorts bereits auf dem Markt etabliert, andererseits sehen die Anbieter hauseigene, selbstprogrammierte Systeme bei den Kunden immer noch als ernstzunehmende Konkurrenz zur BI-Standard-Software. Diese internen Systeme mit ihren Fachanwendungen abzulösen bleibt demnach eine große Herausforderung für die BI-Anbieter. Ein zweiter großer Trend sei die Ablösung von einzelnen BI-Insellösungen durch integrierte BI-Architekturen insbesondere für große Unternehmen und Konzerne. Mittelständlern raten die Fachleute dazu, ähnlich große Firmen mit Spezialangeboten zu adressieren.