Junge Unternehmer kehren dem Silicon Valley den Rücken

Management

Das Platzen der Dotcom-Blase hat nicht nur Investorenmittel und neue Unternehmen in Rauch aufgehen lassen, es hat auch den Mythos Silicon Valley in die Welt verstreut.

Das Platzen der Dotcom-Blase hat nicht nur Investorenmittel und neue Unternehmen in Rauch aufgehen lassen. Die Explosion hat auch den Mythos Silicon Valley in die Welt verstreut. Techniker, Entwickler, Programmierer und nicht zuletzt die Geldgeber ziehen jetzt in andere Gegenden der USA, nach Spanien, China oder Deutschland, um neue Projekte zu starten.

Vielleicht liegt das auch an der Tatsache, dass sich in den letzen Jahren das Klima für Venture-Capital zunehmend verschlechtert hat. Von 2003 auf 2004 fiel die Zahl von fremdfinanzierten Unternehmen in den USA um 14,6 Prozent, wie das Beratungsunternehmen Ernst & Young in einer Studie mitteilte. Die Mittel aus Börsengängen, die einst Abermillionen in die Unternehmenskassen spülten, gingen beispielsweise in den USA von 2004 auf 2005 um teilweise bis über 70 Prozent zurück. Die harte Auslese aber hat auch ihre guten Seiten: Waren es 2003 noch etwa 10 Prozent der Start-ups, die scheiterten, halbierte sich 2004 in den Staaten die Zahl der Pleiten von Venture-finanzierten Unternehmen.

Der Abzug des Fremdkapitals lässt sich vielleicht auch dadurch erklären, dass immer mehr Gelder im Ausland eingesetzt werden. Rafael Romay etwa konnte sich in Sevilla, Spanien, Investoren-Gelder für die Herstellung eines Video-Chips sichern. Er ist neben 19 anderen einer der Unternehmer unter 35, die das Wirtschafts-Magazin Red Herring als besonders zukunftsweisend auserkoren hat. Ein weiteres Beispiel ist Karsten Kuhla, dessen Angst vor langweiliger Arbeit ihn mittlerweile zum CTO von ‘Fileants’ gemacht hat. Das Unternehmen entwickelt in München und Frankfurt eine Streaming-Technologien für mobile Anwendungen. Und auch in China gibt es viele Beispiele neuen Unternehmertums.  

Daneben setzt sich bei jungen Unternehmern auch eine neue Haltung durch. “Es gibt eine neue Generation, die sagt, “ich will Geld machen aber ich will genauso auch Gutes tun”, erklärt Andrew Zolli vom Beratungsunternehmen Z+ Partners. Einst, so der Branchenkenner, hätte eher der Anspruch vorgeherrscht, ‘Ich habe es in meiner Garage entwickelt, also habe ich mir jeden Penny auch verdient’.