Allianz: Website raubt Vertretern das Geschäft

Management

Die Allianz-Versicherungsvertreter sind offenbar auf das Zeitalter des Internets schlecht vorbereitet, jedenfalls trifft sie das neue Geschäftsmodell ihres Arbeitgebers sehr überraschend.

Die Allianz-Versicherungsvertreter sind offenbar auf das Zeitalter des Internets schlecht vorbereitet, jedenfalls trifft sie das neue Geschäftsmodell ihres Arbeitgebers sehr überraschend: Eine Website lädt Kunden zum Abschluss eines Autoversicherungsvertrages per Mausklick statt per Handschlag. Das enttäuscht die Vertriebler, weil ursprünglich ausgemacht war, dass sie keine Konkurrenz durch das Web erfahren.

Wie es in einem Bericht der Financial Times Deutschland heißt, wird am kommenden Wochenende der Dienst ‘Allianz 24’ frei geschaltet. Und der sorgt für Unmut unter den 10.500 Allianz-Vertretern, die in Deutschland unterwegs sind. Sie fürchten um ihre Geschäfte. Mithin seien ihnen schon Provisionen entgangen, weil ihr Arbeitgeber einen Billig-Tarif eingeführt hatte, der nur 60 Prozent der üblichen Provision brachte.

Die Preise, die jetzt online verlangt werden, lägen deutlich unter dem Normaltarif, so heißt es. Teilweise seien die Online-Angebote bis zu 30 Prozent billiger als beim gewohnten Abschluss am Wohnzimmertisch.

Die Vertreter sind ganz besonders verschnupft, weil der Allianz-Vorstand einstmals zugesichert hatte, keine Internet-Versicherungsangebote zu schalten. Heute will der Konzern davon nichts mehr wissen und verweist darauf, dass sich die Aussage auf damalige Kundenbedürfnisse bezogen hätte. Mittlerweile, so heißt es dem Bericht zufolge von der Zentrale, hätten die Kunden ihre Wünsche geändert und die Allianz habe einfach reagieren müssen. Es sei aber nicht geplant, weitere Policenabwicklungen ins Internet zu verlegen – so heißt es jetzt.