Österreicher jagen Heilige durch den Laserdrucker

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Die Heiligen freuen sich  darauf, endlich nicht mehr auf verschimmelten Toastbrot erscheinen zu müssen.

Im österreichische Wallfahrtsort Mariazell hat man wohl ein schlechtes Gewissen. Wegen einer Entscheidung von Kaiser Joseph II vor über 200 Jahren gab es dort ebenso lange kein Kloster – und damit auch keine traditionelle Rast und Herberge für die Pilgerströme. Um diesen Mangel auszugleichen, wurde am vergangenen Wochenende ein neues Kloster eröffnet – und weil “a bißal mehr” noch selten geschadet hat, wollen die Mariazeller ihre Gäste – und vielleicht den Herrgott selbst – mit Europas erstem elektronischen Reliquienschrein beeindrucken.

Wer hinter diesem Wallfahrts-Feature allerdings elektronisch animierte Knochen der umfangreichen katholischen Heiligenschar vermutet, wird enttäuscht. Der Wallfahrts-PC gibt vielmehr mit Hilfe eines Touchscreens Auskunft über 500 verschiedene Heilige. Für 50 Cent bekommen Gläubige dann ihren Lieblingsheiligen mit Bild und in Farbe ausgedruckt.

Damit der schnöde PC das klösterliche Gesamtbild nicht allzu sehr stört, wurde er – ähnlich wie das original der verblichenen Heiligen – in einen Holzschrein gepackt. Darunter verbirgt sich allerdings eine IBM-Maschine, die zwecks Update auch an das Internet angeschlossen ist. Und während die Verantwortlichen vom ersten Hightech-Wallfahrtsort in Europa sprechen, freuen sich die Heiligen darauf, endlich nicht mehr auf verschimmelten Toastbrot erscheinen zu müssen.