BitTorrent wird reich und seriös

Management

Mit einem Wagniskapital von 8,75 Millionen Dollar wollen sich die Firmengründer in den Reigen der seriösen Firmen reihen.

BitTorrent wird erwachsen: Die Filesharing-Techniker für Video und Musikdateien haben eine eigene Firma gleichen Namens. Und die soll jetzt aus einem Wagniskapital-Fördertopf 8,75 Millionen Dollar erhalten. Damit wollen sich die Firmengründer in den Reigen der seriösen Firmen reihen und ihre etwas angeschmuddelte Vergangenheit hinter sich lassen.

Auch wenn die Schuld an dieser Vergangenheit einigermaßen umstritten ist, so lässt jetzt doch die Aussage von Mitgründer Ashwin Nawin tief blicken. Er sagt über die Ex-Vorwürfe der Urheberrechtler, dass BitTorrent sich ändern wolle. “Mit dem Piracy-Geschäft kann heute niemand mehr Geld verdienen”, erklärt er, “wir wollen mit unserer Technik bezahlten und werbefinanzierten Content verteilen.” Allerdings will er die Kirche im Dorf lassen und verweist darauf, dass jeder Nutzer mit einem Browser Kinderpornographie ansehen oder mit Word und Copy/Paste diverse Plagiate anfertigen kann.

Allerdings, so munkelt die Branche, könnte auch die wachsende Aktivität von Konzernen wie Microsoft in Richtung File-Sharing-Technik etwas mit dem Wechsel von ‘Bart Simpson’-T-Shirts zum Nadelstreifenanzug zu tun haben. Außerdem haben sich Hollywoods Bosse auch von ihren Beratern überzeugen lassen, dass man neue Techniken nicht durch Restriktionen bekämpfen kann, sondern sie am besten frühzeitig zur eigenen Firmenstrategie hinzufügt. Und so versteht auch das Marktforscher Gartner diesen Schritt offen als Kotau vor dem Filmgeschäft. Allerdings soll die Zukunft für BitTorrent ganz profitabel sein.