IBMs Weg zu SOA führt über Websphere

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Durch eine Reihe neuer Produkte und Erweiterungen im Websphere-Portfolio legt IBM mehr Gewicht auf Service-orientierte Architekturen.

Service-oriententierte Architekturen (SOA) sind im Kommen – spätestens jetzt, da die Großen der Branche das Thema auf ihre Agenda gesetzt haben. Etablierte Produkte wie IBMs Websphere nehmen durch die neue Marschrichtung andere Konturen an – auch wenn gelegentlich der Verdacht aufkommt, dass es nur um marketinggerechte Verpackung altgedienter Schlachtrösser handelt. Im Fall von Websphere geht es um Erweiterungen existierender Komponenten in Richtung SOA und einiger tatsächlicher Neuerungen in Big Blues Middleware-Baukasten.

“SOA ist viel mehr als nur eine einfache Verbindung von Web Services oder ein künftiges Set von Geschäftskomponenten, die zusammenspielen. Bei SOA geht es vielmehr darum, die Vorteile von Business Process Management mit bestehenden Anwendungen zu realisieren”, sagt Steve Mills, Senior Vice President von IBMs Softwareabteilung. Und deshalb hat IBM bei der Entwicklung der neuen Websphere-Produkte Wert darauf gelegt, dass alte Systeme weiter verwendet werden können.

Michael Weigelt, Websphere Director für den deutschen IBM-Markt, wirbt mit mehr Flexibilität. “Service-Orientierung und zusammengesetzte Applikationen bilden gemeinsam mit Services eine IT-Architektur, die mehr Verfügbarkeit bei höchster Investitionssicherheit darstellt”, sagt er. Herkömmlicherweise hätten Unternehmen einen Wust an Anwendungen und Konnektivitäten im Haus. Dieses Problem sei durch Integrationsansätze der 80er und 90er Jahre nur unzureichend angepackt worden. Genau das will SOA jetzt ändern. “Im Gegensatz zu alten Vorstellungen der Integration haben wir jetzt breit akzeptierte Web Services und andere standardisierte Arbeitsweisen, den festen Willen von IT und Business zusammenzuarbeiten, mehr wiederverwendbare Assets, dynamische SOA-Verbindungsstellen und einen starken Fokus auf die Geschäftsbedürfnisse – das alles bringt uns zur Überzeugung, dass die Zeit reif ist für SOA.”

Und IBM präsentiert auch erste Kunden wie die Businessmart AG in Stuttgart, die von ihrer neuen SOA-Bauweise sagen, sie könnten nun ihre Partner viel direkter in einen Marktplatz einbinden. Die alte Formel der Industrie, für jeden grundsätzlich neuen Prozess ein Projekt mit 200 Leuten zwei Jahre lang mit insgesamt 20 Millionen Dollar auszustatten, soll damit der Vergangenheit angehören. Dafür sollen auch die Produkte von IBM sorgen, die laut Weigelt eine vollständige Abbildung der Aufgaben in SOA-Funktionen erlauben. “Die Modellierung, das Zusammenfügen, die SOA-Praxis über einen Enterprise Service Bus (ESB) und die Verwaltung können jetzt aus einer Hand gekauft werden.”

Diese vier Schritte erläutert sein Kollege Ralf Bracht genauer. Er ist IBM Websphere-Spezialist und betont, wie praktikabel sich die neue Software-Landschaft mit SOA in die Geschäftsprozesse einfügen kann. ‘Websphere Business Modeler v.6’ für die Modellierung des Service, den ‘Integration Developer’ für das Einfügen der zusammengesetzten (composite) Applikationen, ‘Websphere Process Server’ als Ablaufumgebung, die die Verbindung mit der Hardware halten soll, der neue ‘Enterprise Service Bus’ und der ‘Message Broker’, die die Infrastruktur für die Anwendungen ansprechbar machen sollen und schließlich der ‘Business Monitor’, der in Echtzeit volle Transparenz und Kontrolle gewährleisten soll – das sind die wesentlichen Bausteine, die IBM aktuell in den SOA-Markt einbringt. Bracht: “Diese Anwendungen bieten ein Ende-zu-Ende-Szenario für alle denkbaren Geschäftsprozesse.”