Was, wenn die Vogelgrippe die IT infiziert?

Enterprise

Das Marktforschungsinstitut Gartner hat Empfehlungen herausgegeben, die Firmen in ihren Plan für die Business-Continuity (BC) einbauen sollen, um sich vor möglichen Auswirkungen der Vogelgrippe zu schützen.

Das Marktforschungsinstitut Gartner hat Empfehlungen herausgegeben, die Firmen in ihren Plan für die Business-Continuity (BC) einbauen sollen, um sich vor möglichen Auswirkungen der Vogelgrippe zu schützen.

BC-Pläne und das Krisen-Management sollen aktualisiert werden, damit die Krankheit keine Chance hat, den Fortgang der Geschäfte zu beeinträchtigen. Das lokale Gesundheitsamt soll in den Notfallplan ebenso eingebunden werden wie die Mitarbeiter, denen man die Gefahr ausreichend ins Bewusstsein rufen müsse. Der BC-Plan soll sicherstellen, dass der Ausfall von Mitarbeitern über Wochen und Monate abzufangen ist. Außerdem soll eine Person bestimmt werden, die sich ständig mit den aktuellen Entwicklungen auseinandersetzt, um gegebenenfalls den BC-Plan anzupassen. Wichtig sei zudem, die Partner bei den Plänen mit einzubeziehen und alle technischen Voraussetzungen zu schaffen, dass Mitarbeiter notfalls von zuhause arbeiten können.

Was also, wenn die Vogelgrippe die IT infiziert? Immerhin rücken die Marktforscher zurecht, dass der Erreger die IT-Infrastruktur nicht direkt, sondern beispielsweise den Workflow betreffe. Auch wenn es von Gartner ernst gemeint ist und die Feststellung, dass Business Continuity elementar für ein Unternehmen ist, durchaus so stehen bleiben kann, ist der Zusammenhang mit der Vogelgrippe doch derzeit nichts anderes als marktschreierisch. Ja, der Erreger hat sich schon bis nach Russland und Griechenland herangeflogen und die Gefahr ist nicht zu unterschätzen. Auf fehlende BC-Pläne – leider Alltag in Unternehmen – kann man aber auch in regelmäßigen Abständen anderweitig hinweisen.

‘Katrina’ hatte im Spätsommer auch so einen Drang ausgelöst, den Wirbelsturm für IT-News auszuschlachten. Wie viele Daten da verloren gegangen sind, weil Pläne fehlten, und wie viel Geld da buchstäblich weggeschwemmt wurde, beschäftigte über Wochen die Medien. An der Tatsache ist nicht zurütteln. Dass sich aber Hersteller und Experten als Wellenbrecher aufspielten und wie auf dem Hamburger Fischmarkt ihre Backup-, Recovery- oder Consulting-Lösungen in die verzweifelte Menge jaulten, das war PR pur.

Studien und Einschätzungen von Marktforschungsinstituten wie Gartner mögen ihren Sinn haben. Schade bloß, dass es den Experten manchmal nicht gelingt, ihr Wissen zu vermitteln, weil sie kompetent und erfahren sind, sondern nur, wenn sie es mit einem Schlagzeilen-Thema verknüpfen. Bei Vogelgrippe gehen derzeit alle Alarmglocken an. Uns war es zumindest ein ‘Auch das noch’ wert.