Preiskampf ebnet den Weg für Virtualisierung

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Günstige Open-Source Alternativen könnten den Anwenderkreis für virtuelle Infrastrukturen deutlich erweitern – auf Kosten von VMware.

Noch immer laufen in zahlreichen Datenzentren Server, die nur zu 10 Prozent ausgelastet sind. Virtualisierung ist da das Schlagwort, das gerne in die Runde geworfen wird. Noch ist hier VMware mit dem ‘ESX Server’ tonangebend. Mit neuen  Services und Produkten will der Spezialist für Virtualisierung den Trend weiter antreiben. Aber Microsoft und IBM dringen in die Datenzentren auch mehr ein und bieten eigene Virtualisierung. Sie werden in diesem Zusammenhang künftig auch öfter genannt werden. Das Thema wird sogar von XenSource getrieben. Das Unternehmen wird in den nächsten Wochen eine Lösung auf Basis eines quelloffenen Projektes für Management und Automatisierung vorstellen und das wird voraussichtlich günstiger sein als der große Bruder der EMC-Tochter VMware, und es könnte auch preisbewussteren Kunden den Einsatz der Technik erlauben.

VMWare bringt einstweilen neue Lösungen. Der  ESX Server 3.0 birgt jetzt auch Support für Network Attached Storage (NAS) und iSCSI. Daneben kommt die aktualisierte virtuelle Infrastruktursoftware auch mit Industriestandard Prozessoren mit zwei Kernen zurecht. Mit dieser neuen Chip-Generation sollen die CPUs bei geringerer Energieaufnahme mehr Leistung bringen. Und Virtualisierung lohnt sich nur in Umgebungen, in denen viel gerechnet werden muss – die Ankopplung an die zwei Kerne macht also Sinn.

Das neue Release erweitert die Speichergrenze auf 16 GByte und unterstützt Vier-Wege Symmetric Multiprocessing. Damit können Anwender mehr physische  Server unter der Virtualisierungsschicht betreiben. Wie ein Anwender erklärte, helfe diese Technologie dabei, maximale Leistung aus der Hardware herauszubekommen. Ab dem ersten Quartal 2006 sollen der neue ESX Server und die zugehörige Management-Schicht ‘VirtualCenter 2.0’, über die sich die virtuelle Infrastruktur verwalten lässt, verfügbar sein. Offiziell wurden noch keine Preise bekannt gegeben, jedoch kursieren Gerüchte, dass kombinierte Produkte und Services ab 5000 Dollar pro Knoten verfügbar sind.

Über das Software-Tool ‘Capacity Planner’ bietet VMware ab 2006 auch einen neuen Service, der Unternehmen bei der Beurteilung des Konsolidierungsbedarfes helfen soll. Bedarf, Einsatz, Betrieb und das Management sollen sich mit dem Tool und dem darauf aufbauenden Beratungsservice einfacher verwalten lassen, heißt es in einer Mitteilung.

VMware, das 2003 von dem Speicherhersteller EMC übernommen wurde, bekommt jedoch immer mehr Konkurrenten. So sich hatte etwa Microsoft vor wenigen Tagen mit einer neuen Lizenzstruktur für Windows Server 2003 R2 den Nutzern im Datenzentrum angenähert. In einem einzigen Netz können damit “unbegrenzt” Instanzen des Servers installiert werden, heißt es. Bezahlen muss der Anwender jedoch nur, was er tatsächlich braucht.

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