Konvergenz gewinnt: Cisco stützt IP Multimedia Subsystem

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IMS gilt als Blaupause für konvergente Netze. Die Konzerne planen die Technik fest ein; bei Cisco geht auch nichts mehr ohne das.

Cisco unterstützt das IP Multimedia Subsystem (IMS). Das hat Konsequenzen für den Aufbau der neuen, konvergenten Netze im Mobilfunkbereich und Festnetz. Dabei geht es schließlich nicht nur um die Einpassung von Multimediainhalten auf IP-Basis. Die Plattform bringt neue Geschäftsmodelle und überbrückt bisherige Übertragungsbrüche, weil nur eine einzige Plattform benötigt wird. Cisco hat die neue Goldgrube erkannt und ist jetzt mit einer Reihe von Erweiterungen und neuen Produkten auf den IMS-Kurs eingeschwenkt.

Dahinter steckt der Trend, dass mehr und mehr Kunden der Netzausrüster ihre Dienste rein über IP anbieten wollen. Die neuen Inhalte müssen dafür den von Mobilfunkbetreibern geschaffenen Standard IMS erfüllen. Er gilt als ein wichtiger Teilbereich neuerer Spezifikationen. Er ermöglicht die kostengünstige Weiterentwicklung bestehender Mobilfunknetze durch Implementierung von Voice over IP (VoIP) beispielsweise; außerdem erlaubt er die Abwicklung von Multimedia-Services über das Internet-Protokoll (IP). IMS stellt dabei die Interoperabilität und das Roaming sicher und nutzt bestehende Strukturen weiter. Dabei wird der Sprach- und Datenverkehr auf die paketbasierten Transportregeln und das Session Initiation Protocol (SIP) zugeschnitten. Im Ergebnis soll so echte Konvergenz drahtgebundener und mobiler Technik entstehen.

“Wir erwarten eine starke Nachfrage für unsere IMS-Produkte, da die Anbieter von TK-Diensten der neuen Generation ihre Netze konvergent machen müssen”, sagt Paolo Campoli, Cisco Director für das Serviceprovidergeschäft im Festnetzbereich in der Region EMEA, im Gespräch mit silicon.de. “Dafür gibt es verschiedene Wege, aber IMS hat sich bisher als die beste und effektivste Methode mit der übersichtlichsten Organisierung der einzelnen Funktionen herauskristallisiert. Deshalb ist es ein inzwischen weit verbreiteter Standard, ein echter Megatrend, nach dem sich die großen Player richten.”

Dabei sei es zwar nicht so, dass in Zukunft gar nichts mehr ohne IMS gehe. Doch immer mehr Anwendungen sowohl im Festnetz- wie auch im Mobilfunkbereich benötigen Campoli zufolge IMS. “IMS erlaubt, dieselbe Architektur für drahtgebundene und drahtlose Systeme zu verwenden und wird sich schon allein aus diesem Grund durchsetzen”, so Campoli. Außerdem sei ein künftiges Upgrade sowohl im Software- als auch im Hardwarebereich leicht zu vollziehen. Im Anwendungsbereich kann er sich die nahtlose Kommunikation über WiFi zuhause und im Büro als Killerapplikation für IMS-Geräte vorstellen.

Für Cisco Systems hieß das zunächst, die eigene Produkt-Palette zu erweitern. Dazu kommt eine durchgehende Unterstützung für nahezu alle IP-Anwendungen, einschließlich IMS. Das so genannte ‘Service Exchange Framework’ von Cisco zielt daher auf mehr Netzwerkkontrolle für den Kunden bei verbesserter Profitabilität. SIP-basierte Dual-Mode-Telefonie, Push-to-Talk-Services sowie standortbezogene Dienste sollen im IMS-Umfeld mehr Qualität bekommen. Der kürzlich erfolgte Einbau von Session Border Control Features direkt in Ciscos Massenprodukte im Router-Bereich, unterstützt dies.