Europas IT-Hersteller hinken hinterher

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Europas Anbieter von Hardware, IT Services und Mikroelektronik stehen vor “existenziellen Herausforderungen”, sagen die Wirtschaftsprüfer der KPMG.

Europäische IT-Hersteller hinken der US-amerikanischen und asiatischen Konkurrenz deutlich hinterher. Das hat die Studie ‘A Wake-up Call for Europe – IT Sector Competitiveness’ ergeben. Diese wurde von den Wirtschaftsprüfern der KPMG und der ‘Intelligence Unit’ des britischen Magazins The Economist durchgeführt, die insgesamt 126 CIOs und IT-Einkäufer großer Unternehmen befragt haben.

Die Europäer – Unternehmen, die ihre Zentrale in Europa haben – liegen danach sowohl in puncto Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit als auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis zurück. Beim Thema Wettbewerbsfähigkeit erhalten die europäischen Hersteller auf einer Skala von 1 (schwach) bis 10 (stark ausgeprägt) 5,9 Punkte – Nordamerika kommt jedoch auf 6,6 und Asien auf 6,7 Punkte.

Am deutlichsten ist der Abstand in der Frage der Preisgestaltung: Hier schneidet die europäische IT-Industrie mit 4,9 Punkten wesentlich schlechter ab als die nordamerikanischen (6,4) und asiatischen (8,0) Firmen. Ähnlich sieht es beim Preis-Leistungs-Verhältnis aus: Europäische Produzenten kommen nur auf 5,5 Punkte, US-Unternehmen dagegen auf 6,4 und asiatische Hersteller auf 7,4. Leichte Vorteile besitzen die Europäer nur, wenn es darum geht, auf regionale Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Relativ gut wird auch der Kundendienst der europäischen Hersteller bewertet.

80 Prozent der Befragten glauben, dass die Preise für IT-Produkte und IT-Dienstleistungen bis zum Jahr 2007 sinken werden. Der Preisrückgang dürfte für einige Bereiche der europäischen IT-Industrie “eine existenzielle Herausforderung darstellen – bis hin zum Marktaustritt”, hieß es. Besonders auf drei Gebieten dürfte es für die Europäer kritisch werden: Hardware, IT Services und Mikroelektronik. Dagegen werde sich die Lage für die Hersteller von Mobilfunkgeräten und mobilen Applikationen sowie für die Anbieter von Enterprise Software verbessern. 

Dass europäische Hardware schlechte Noten bekomme, sei nicht überraschend, so die Wirtschaftsprüfer. Schließlich dominierten US-amerikanische und asiatische Unternehmen diesen Bereich seit langem. Das gelte auch für die Mikroelektronik – obwohl es hier durchaus europäische Firmen gebe, die mithalten könnten. Europa sei Sitz einiger großer IT Services Provider, wie etwa Atos Origin und Cap Gemini. Ob diese gegen US-Lieferanten wie EDS und IBM sowie die asiatische Konkurrenz weiterhin bestehen könnten, sei jedoch zweifelhaft.