Der Himmel ist frei für Galileo

Die strittigen Fragen sind geklärt: Deutschland kommt gut weg und hofft, dass das Satellitensystem der Wirtschaft einen Schubs geben kann.

Das ist nicht nur technisch eine Herausforderung, sondern – wenn der Plan aufgeht – dann bringt Galileo ein enormes Wirtschaftswachstum in Europa. Bis zu 100.000 Jobs sollen mit dem Projekt gesichert werden. Zudem erhofft man sich gerade auch in Deutschland einen Schub für den Mittelstand. “Junge Unternehmen bieten Services an, die einmal in Galileo umgesetzt werden sollen”, sagte Christian Stammel, Business Development Manager im Anwendungszentrum Oberpfaffenhofen/Bayern gegenüber silicon.de. Hier haben sich 350 Unternehmen zusammengefunden, die Anwendungen für Satellitennavigation entwickeln und vermarkten wollen.

“Als größter Luft- und Raumfahrtstandort in Deutschland haben wir Interesse daran, dass möglichst große Anteile der Galileo-Infrastruktur in Bayern entstehen”, so Bayerns ehemaliger Wirtschaftsminister Otto Wiesheu bereits im Frühjahr. Damit machte er deutlich, dass selbstverständlich auch die Politik Interesse an Galileo hat. Insofern können die Bayern schon jetzt einen Erfolg verbuchen. Denn nicht nur das Kontrollzentrum wird in Süddeutschland, genauer in Oberpfaffenhofen, angesiedelt werden, sondern auch ein weiteres Überwachungszentrum, das in Ottobrunn bei München etabliert wird.

Der Druck auf die Europäer ist groß. Die Amerikaner mit ihrem GPS-System schlafen nicht und planen für 2010 Neuerungen am Satellitensystem. Da kommt die Meldung über den verschobenen Start des Testsatelliten GIOVE-A nicht gut an. Der sollte ursprünglich am 26. Dezember eingeleitet werden. Jetzt heißt es, ein Leck in einem Helium-Ventil eines Satelliten-Triebwerks verzögere den Start um zwei Tage auf den 28. Dezember.