Terroristen greifen Indiens Silicon Valley an

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Die boomende IT-Industrie in Indien könnte zunehmend in das Visier von Terroristen geraten, warnen Politik- und Wirtschaftsexperten.

Die boomende IT-Industrie in Indien könnte zunehmend in das Visier von Terroristen geraten. Davor warnen nach dem jüngsten Anschlag auf eine der renommiertesten Universitäten des Landes Politik- und Wirtschaftsexperten. Ein unbekannter Schütze hatte dabei auf dem Campus des Indian Institute of Science (IISc) in Bangalore ziellos um sich geschossen und dabei einen Professor getötet und vier weitere Menschen verletzt.

Bisher hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt, Experten gehen jedoch davon aus, dass es sich um die Tat militanter Islamisten mit anti-indischer Gesinnung handelt. Darauf deute der Einsatz einer Kalaschnikov hin, außerdem, dass mehrere ungezündete Granaten und Patronen entdeckt wurden und der Täter wahllos um sich gefeuert hatte.

“Obwohl der Schaden relativ gering war, war es ein waghalsiger Angriff. Solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, gehe ich davon aus, dass es das Werk von Jihad-Gruppen ist”, sagte B. Raman, ein ehemaliger Mitarbeiter des indischen Geheimdienstes gegenüber US-Medien. Indien ist seit Jahrzehnten das Ziel militanter Gruppen aus Kashmir, die sich mit radikalen Mitteln für die Rechte des Landes einsetzen, das sowohl Indien als auch Pakistan für sich beanspruchen.

Bangalore und die konkurrierenden Technologiezentren Hyderabad und Chennai gehören als Symbole des ökonomischen Aufschwungs zu den bevorzugen Zielen der Attentäter. “Das Land erwacht zu einer neuen Realität – der Erfolg der IT-Branche und der damit verbundene Wirtschaftsboom hat bei bestimmten Gruppierungen die Missgunst gefördert. Diese wollen nun die Erfolgssymbole angreifen”, heißt es im Leitartikel einer indischen Zeitung.

Technologiefirmen und wissenschaftliche Institutionen eigneten sich besonders für solche Angriffe, sagen Experten. Da sie weniger geschützt sind, wie beispielsweise Regierungs- oder Militäreinrichtungen, gelten sie als so genannte ‘weiche Ziele’.