Autos mit drahtlosem Video – dank UWB

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Drahtlose Videoanschlüsse im Auto sind Zukunftsmusik, dennoch haben erste lauffähige Produkte auf der US-Messe CES 2006 für Aufsehen gesorgt.

Drahtlose Videoanschlüsse im Auto sind Zukunftsmusik und bleiben es auch noch eine ganze Weile. Dennoch haben erste lauffähige Produkte auf der US-Messe CES 2006 für Aufsehen gesorgt. Die Firma Freescale Semiconductor bringt die Wireless-Variante von Ultra Wide Band (UWB) in die Kopfstützen von Fahrer und Beifahrer. Und sie zeigte dies den Messebesuchern am Beispiel eines Geländewagens, der UWB-Videos und andere drahtlose Techniken nutzte.

Bei dem Messeobjekt wurden die Bilder über LCD-Bildschirme abgespielt, die in den Kopfstützen von Fahrer und Beifahrer eingelassen sind und per UWB mit dem eingebauten Video-Server kommunizieren. UWB wurde in den späten 60er Jahren für militärische Zwecke entwickelt und ist seit 2002 mit geringerer Frequenz für den zivilen Gebrauch freigegeben. Die Technik ist wegen der hohen Leistungsfähigkeit in der Übertragung geradezu spezialisiert auf Videofunktionen in kleinen Räumen. UWB ist deshalb so geeignet für die Anwendung und die Umgebung, weil die Technik mit bis zu 110 MBit/s weitaus schneller ist als der Standard 802.11a und b (11 und 54 MBit/s Höchstleistung) – was bandbreitenfressende Anwendungen eben erfordern.

Außerdem ist es die Eigenart von UWB, nicht dauerhaft zu ‘senden’, sondern in Pulsschüben zu übertragen. Zwischen diesen Schüben wird kein Strom verbraucht. Ferner gelangen diese Impulse problemlos durch Materialien hindurch und sind – vor allem in der sehr vernetzten Zukunft unabdingbar – verträglich mit anderen drahtlosen Techniken wie Bluetooth und ähnlichem. Freescale erwartet sich durch Partnerschaft mit Autoherstellern einen Umsatzschub. Doch vor 2009 oder 2010 werden, Industrieeinschätzungen zufolge, keine Autos mit voreingestellten UWB-Bildschirmen vom Fließband rollen. Denn für diese Jahre ist eine Einigung auf einen Standard für die Autohersteller angepeilt. Dafür setzt die Firma bis dahin auf das Geschäft mit Zulieferern, die Techniken für nachträglichen Einbau herstellen. Medizingerätehersteller werden ebenfalls umworben.