AOL verpasst sich neue Video-Suche

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Der Internet Service Provider America Online hat das Unternehmen Truveo übernommen, genaue Zahlen wurden nicht genannt.

Der Internet Service Provider America Online (AOL) hat das Unternehmen Truveo übernommen. Truveo betreibt eine Suchmaschine für Videos. Genaue Zahlen wurden nicht genannt, jedoch beläuft sich das Angebot wohl auf rund 50 Millionen Dollar.

Die Suchtechnologie soll in den Videosuchdienst von AOL integriert werden. Der bestehende Service von AOL basiert auf der Technologie von Singingfish, einem Unternehmen, das AOL 2003 gekauft hat. Mit dem aktuellen Zukauf erweitert AOL seinen Video-Index um 1,8 Millionen Clips. Bislang hat AOL 2,5 Millionen Clips indexiert. Natürlich wird es einige Überschneidungen geben.

Dabei ist die Suche und Indexierung von bewegten Bildern und Videosequenzen technisch nicht ganz trivial. So bereitet etwa die inhaltliche Aufarbeitung der Videos Probleme. Einige Video-Suchmaschinen versuchen das mit den Angaben der Anbieter zu kompensieren. Aber auch die Vielzahl von Formaten – viele Anbieter publizieren ihre Inhalte in speziellen Playern, die innerhalb einer Webseite abspielen – machen es den Suchmaschinen nicht unbedingt leichter.

Scheinbar kommt die Technik von Truveo mit den unterschiedlichen Formaten zurecht und kann diese automatisiert abrufen. Um die inhaltlichen Probleme zu umgehen, konzentriert sich die Suchmaschine auf die Angebote der wichtigsten Anbieter. So bleibt der Index immer auf aktuellem Stand. Zudem könne Truveo kontrollieren, in welchen Abständen neue Videos indexiert werden. Aktuell zu sein, ist vor allem bei Nachrichten wichtig.

Google hingegen beschreitet bei der Videosuche eigene Wege. Die Anbieter spielen ihre Inhalte selbst bei der Suchmaschine auf und müssen sich dann auch selbst um die Verschlagwortung kümmern. Analysten sehen allerdings in AOLs neuestem Zukauf den Beweis, dass die Technologie von Singingfish offenbar nicht gut genug war.