Mit 13 Adware-Millionär, mit 21 Olympiasieger

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Es gibt Menschen, bei denen ein Blick in den Lebenslauf genügt, um sich als Versager zu fühlen – Dale Begg-Smith ist so einer.

Es gibt Menschen, bei denen ein Blick in den Lebenslauf genügt, um sich als Versager zu fühlen. Dale Begg-Smith ist so einer. Zugegeben: in Deutschland konnte mit dem Namen bis vor kurzem kaum einer etwas anfangen. Mitte vergangener Woche allerdings gewann der 21-Jährige olympisches Gold in der Buckelpiste – und während den Zuschauern noch vom puren Hinschauen die Kniescheiben schmerzten, mussten sie erfahren, dass Begg-Smith bereit mit 13 seine erste Million im Internet-Business gemacht hat.

Aufgewachsen ist das Multitalent in Kanada. Da er dort aber keine Chancen hatte, in die nationale Freestyle-Auswahl zu kommen, wurde er – auf Zureden seines australischen Trainers – kurzerhand Australier und Olympiasieger. Um den Sport finanzieren zu können, hatten die Eltern zuvor ihn und seinen Bruder aufgefordert, selbst Geld zu verdienen.

Die Brüder gründeten daraufhin CPM Media und AdsCPM – die Firmen bieten Software zum Einblenden von Werbebannern. Die Programme gehen nach einem Bericht der australischen Zeitung The Age allerdings noch weiter. Sie kundschaften das Verhalten der Surfer aus, um dann die meist ahnungslosen Internetnutzer mit Pop-ups zu bombardieren.

Sypware also, die dem jungen Mann in Australien den Spitznamen “Spam-King” eingebracht hat. Sein Privatvermögen wird auf mehrere Millionen geschätzt. Darüber sprechen wollte der Lamborghini-Fahrer während einer Pressekonferenz zu seinem Olympia-Sieg allerdings nicht: “Ich weiß gar nicht, warum wir die ganze Zeit über meine Firma reden – ich habe gerade olympisches Gold gewonnen.”