T-Com schließt die Hälfte seiner Callcenter

Management

Die Festnetzsparte der Deutschen Telekom, T-Com, wird nahezu die Hälfte ihrer Callcenter schließen und zwar, um die Servicequalität zu verbessern.

Die Festnetzsparte der Deutschen Telekom, T-Com, wird nahezu die Hälfte ihrer Callcenter schließen. Und zwar, um die Servicequalität zu verbessern. Das teilte das Unternehmen jetzt mit.

Die Zahl der Callcenter soll sich von derzeit 96 auf 51 reduzieren, die Zahl der Mitarbeiter dort soll aber bei etwa 15.000 bleiben. Die 3300 Mitarbeiter, die von der geplanten Schließung betroffen sind, sollen in den verbleibenden Callcentern unterkommen. Diese heißen dann “optimierte Callcenter”, so die Konzernsparte. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant.

Demnach ist die Maßnahme eine “Reaktion auf den technischen Fortschritt, die Nutzung innovativer Arbeitsmethoden und die Marktentwicklung” und wird in den gesamten Konzernumbau eingebettet, dem bis 2008 rund 20.000 Stellen zum Opfer fallen sollen. Gleichzeitig sollen bei T-Com bis zu 8000 Stellen neu geschaffen werden. Daneben soll bis Ende 2007 das Produktportfolio für Privatkunden um rund 120 Produkte, also um rund 60 Prozent gekürzt werden. Auch dies nach Konzernangaben “ohne direkte Einschränkungen für T-Com Kunden”. Im Gegenteil, es gebe dann “mehr Transparenz für Kunden und Mitarbeiter” und das werde zu einer “erheblichen Qualitätssteigerung für T-Com Kunden” beitragen.

Als Begründung gibt die Sparte an, dass die historisch gewachsene Callcenter-Landschaft von T-Com zukünftig nicht mehr der Marktentwicklung und dem angestrebten Qualitätsstandard entsprechen. Branchenvergleiche und interne Analysen hätten gezeigt, dass heute vergleichbare Callcenter-Dienstleister in der Regel mit etwa 400 Mitarbeitern je Callcenter arbeiten. Bei der Telekom sind es demnach weniger Mitarbeiter in einem Callcenter gewesen. In den größeren Zentren will die T-Com Qualifikations- und Informationsmaßnahmen schneller umsetzen, einen höheren Qualitätsstandard halten, eine effizientere Immobiliennutzung und eine bessere Auslastung der Arbeitsplatzausstattung erreichen – kurz, eine Verdichtung der Arbeitsleistung bei geringeren Kosten für die T-Com. Wie diese Maßnahmen aber konkret die Servicequalität verbessern sollen, ist nicht bekannt.

Die Schließungen betreffen folgende Callcenter: Bremerhaven, Flensburg, Stade, Heide, Angermünde, Perleberg, Braunschweig, Göttingen, Oldenburg, Duisburg, Iserlohn, Krefeld, Wuppertal, Bad Kreuznach, Darmstadt, Gießen, Limburg, Hanau, Ansbach, Donauwörth, Bamberg, Bayreuth, Hof, Ingolstadt, Landshut, Passau, Freising, Erlangen, Deggendorf, Regensburg, Rosenheim, Garmisch-Partenkirchen, Weilheim, Aschaffenburg, Kaiserslautern, Neustadt, Offenburg, Weingarten, Calw, Schwäbisch-Hall, Saarbrücken, Reutlingen, Cottbus, Erfurt und Halle.

Die Mitarbeiter von dort können entweder in regionalen Callcentern der Auffanggesellschaft Vivento anheuern, oder umziehen in die verbleibenden Standorte, und zwar nach: Bremen, Hamburg, Kiel, Lübeck, Berlin, Frankfurt/Oder, Potsdam, Schwerin, Bielefeld, Detmold, Hannover, Leer, Münster, Osnabrück, Uelzen, Aachen, Dortmund, Düsseldorf, Recklinghausen, Hagen, Köln, Meschede, Mönchengladbach, Wesel, Frankfurt/Main, Fulda, Kassel, Koblenz, Mainz, Trier, Augsburg, Bad Kissingen, Kempten, München, Nürnberg, Traunstein, Weiden, Würzburg, Heilbronn, Karlsruhe, Mannheim, Rottweil, Stuttgart, Freiburg, Konstanz, Ulm, Chemnitz, Dresden, Gera, Leipzig und Magdeburg.