Telekom: Brüssel argumentiert gegen VDSL-Monopol

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Dem Plan der Deutschen Telekom, das geplante VDSL-Netz mit Hilfe der Berliner Regierung von einer Regulierung freizustellen, droht Widerstand aus Brüssel.

Dem Plan der Deutschen Telekom, das geplante VDSL-Netz mit Hilfe der Berliner Regierung von einer Regulierung freizustellen, droht Widerstand aus Brüssel. EU-Medienkommissarin Viviane Reding habe Michael Glos (CSU), Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, in einem Brief mitgeteilt, dass das EU-Recht eine solche “Ausnahme” nicht zulasse. Die Telekom-Konkurrenz dürfe nicht von einem Zugang zum VDSL-Netz ausgeschlossen werden, so Reding nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus.

Der Bonner Konzern beharrte unterdessen darauf, das VDSL-Netz einige Jahre ohne eine Regulierung durch die Bundesnetzagentur nutzen zu dürfen. Das Unternehmen könne nicht 3 Milliarden Euro in den Aufbau des Netzes investieren, wenn es dafür nicht “eine gewisse Investitionssicherheit” bekomme, sagte ein Telekom-Sprecher. Man wolle selbst die Bedingungen festlegen, zu denen Mitbewerber VDSL-Dienste der Telekom nutzen könnten.

“Die Sachverhalte, mit denen wir es hier zu tun haben, sind so kompliziert, dass sie nie sagen können, die eine oder die andere Seite habe völlig Recht”, sagte derweil Matthias Kurth, Chef der Bundesnetzagentur, dem Manager Magazin. Entgegen anderslautenden Behauptungen sei er kein Spielball von Telekom-Chef Ricke und EU-Kommissarin Reding. Er halte nichts von Schwarzweißmalerei nach dem Motto wer gewinnt, wer verliert, so Kurth.

Eventuelle Pioniergewinne für die Deutsche Telekom seien mit der Öffnung eines chancengleichen Zugangs zum VDSL-Netz durchaus vereinbar. “Für ein höheres Risiko kann man auch beim Zugang eine höhere Rendite erwarten”, sagte Kurth.