Ciscos iPhone verletzt angeblich die GPL

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Der Open-Source-Experte Armijn Hemel hat Cisco Systems vorgeworfen, mit seinem ‘WIP300 iPhone’ die freie Lizenz GPL zu verletzen.

Das Telefon wird von der Cisco-Tochter Linksys hergestellt. Der Vorwurf Hemels ist auch deshalb pikant, weil sich Cisco und Apple derzeit um die Rechte an der Marke iPhone streiten.

Der Niederländer Hemel ist einer der Aktivisten, die über das GPL Violations Project nach Verletzungen der GPL (GNU General Public License) fahnden und diese auch vor Gericht bringen. Das WIP300 iPhone basiere auf Linux, sagte Hemel dem Branchendienst Infoworld. Cisco habe sich verpflichtet, der GPL zu entsprechen, wenn das Unternehmen diese Software nutze.

Nach Rücksprache mit einem Rechtsanwalt habe er die Firmware des WIP300 iPhone mittels Reverse Engineering näher untersucht, so Hemel. Dabei habe er entdeckt, dass Cisco den Code einiger in dem Gerät genutzter Programme nicht – wie in der GPL vorgesehen – unter der Open-Source-Lizenz publiziert habe. Darunter sei auch der Code für das ‘Memory Technology Device’, das der Programmierung des Flash Memory dient.

Von Cisco gibt es bislang keinen Kommentar. In ähnlichen Fällen habe sich die Firma bislang entgegenkommend gezeigt, hieß es von Hemel. Falls Cisco die GPL verletze, sei der Konzern nicht allein, kommentierte Shane Coughlan, Freedom Task Force Coordinator der Free Software Foundation Europe. Viele Unternehmen verstünden das Konzept freier Software nicht und verfügten nicht über Richtlinien, mit denen sie den Verpflichtungen aus ihren Software-Lizenzen entsprechen können.