Intel bereitet internen Umbau vor

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Intel will sich offenbar von der Produktion von Kommunikations-Chips verabschieden und künftig dem Kerngeschäft größeres Augenmerk schenken.

Der Geschäftsbereich der Kommunikations-Chips ist aufgeteilt in Anwendungsprozessoren für Mobiltelefone und Chips für Netzgeräte. Von beiden könnte der Halbleiterhersteller Abstand nehmen, da der Plan, das Portfolio auf Industriezweige wie Mobile und Netzwerk auszudehnen, scheinbar fehlgeschlagen ist. Vor Jahren hatte Intel hier für rund 10 Milliarden Dollar zugekauft, berichtet das Wall Street Journal.

Allerdings blieb der Erfolg hier weitgehend aus. Die Kommunikationssparte verbuchte beispielsweise 2004 einen Verlust von fast 800 Millionen Dollar. Enttäucht hat vor allem die Abteilung für Applikations-Chips. Die Xscale-Chips stecken zwar derzeit in Smartphones. Der Hersteller konzentrierte sich zuletzt aber auf die Produktgattung der Ultra-Mobile-PCs, die funktionsreicher sind als Smartphones und eine abgespeckte Version der PC-Chips in sich tragen.

Angeblich ist der Hersteller sogar schon auf der Suche nach einem Käufer, sagte ein Informant der Zeitung und schloss Unternehmen aus der Elektronik- und auch der Finanzbranche nicht aus. Aus Santa Clara, dem Hauptsitz Intels, kommt derzeit dazu noch kein Kommentar.

Gerüchte, dass der Anbieter umbauen will, gab es bereits vergangene Woche und sogar von dem Abbau von rund 16.000 Stellen war die Rede. Der Druck der Konkurrenz, allen voran des Erzrivalen AMD, wächst ständig, die aktuellen Finanzberichte sind alles andere als rosig und die Nachfrage aus der Computerindustrie – dem klassischen Intel-Markt – hat nachgelassen. Darüber hinaus hatte Intel-Chef Paul Otellini Ende April erklärt, jeden Stein im Unternehmen umdrehen zu wollen, um mehr Profit zu machen. Dieser Stein scheint jetzt ins Rollen gekommen zu sein.

Branchenbeobachter wollen gegenwärtig bei diversen Unternehmen den Trend entdeckt haben, verstärkt schwache Geschäftsfelder zugunsten des Kerngeschäfts abzustoßen. Die Internetära habe zum Aufblähen des eigenen Unternehmens verleitet, jetzt werde wie bei der natürlichen Auslese wieder reduziert, erläuterte David Helfrich, Managing Director bei der Beraterfirma Garnett & Helfrich Capital.