MySQL AB wirft Firebird-Wissen gegen Oracle

EnterpriseSoftware

Der US-Anbieter von Web Application Lösungen, Netfrastructure, gehört jetzt MySQL AB, dem Open-Source-Anbieter der gleichnamigen Datenbank.

Der US-Anbieter von Web Application Lösungen, Netfrastructure, gehört jetzt MySQL AB, dem Open-Source-Anbieter der gleichnamigen Datenbank. Die schwedische Firma, die ihre Datenbank ‘MySQL’ im Open-Source-Modell anbietet und ihr Geld mit Support, Weiterentwicklung und Pflege verdient, wurde letzthin vom Datenbankkonzern Oracle umworben. Der Zukauf dürfte dafür sorgen, dass sich die Schweden von diesem Interesse freischwimmen können und selbst mehr Profil bekommen. Immerhin ist Jim Starkey, Mitgründer von Netfrastructure, einer der federführenden Mitarbeiter an dem Open-Source-Projekt Firebird.

Dort wird eine Open-Source-Datenbank entwickelt und vertrieben, die hinter MySQL als die zweitbeliebteste in Open-Source-Kreisen gilt. Jim Starkey ist ein Pionier für relationale Datenbanksysteme, er hat die Embedded-Software ‘InterBase’ mit entwickelt und wird nun leitender Software-Architekt bei MySQL AB. Jim Starkey entwickelte gemeinsam mit seiner Frau Ann Harrison die Datenbank unter wechselnden Eignern weiter. Auch sie steigt mit bei MySQL ein.

Zu den Inhabern von InterBase-Technik zählen die von Starkey gegründete InterBase Software sowie Ashton-Tate, Borland International und seit dem Jahr 2000 das offene Software-Projekt Firebird. Er arbeitete auch an Lösungen für die Erstellung und den Umgang mit Software. Starkeys Arbeit für MySQL AB gilt in Blogs einerseits als begrüßenswerte Kombination von Open-Source-Know-how, andererseits als schädlich für das Firebird-Projekt. Für MySQL in ihrem Ringen um Märkte und Kunden für ihre Datenbankonzepte aber dürfte die Akquisition nützlich sein.

Starkey selbst wünscht dem Projekt in einem Blog “viel Glück” und bietet Rat an, falls Not am Mann sein sollte. Firebird wird demnach von einer nicht genauer bezeichneten Foundation weitergeführt. Die Community sieht den Weggang mit gemischten Gefühlen.

MySQL hat den Worten des CEO Marten Mickos mit weiterem Zuwachs Folge geleistet – er sagte zu dem Angebot Oracles, MySQL werde selbst eine große Firma werden. Dazu trägt jetzt auch Taneli Otala als Chief Technical Officer bei. Er bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung als Software-Architekt und Entwicklungsleiter mit, die er bei verschiedenen Daten-Management-Spezialisten und Start-Ups gesammelt hat. Vor seinem Einstieg bei MySQL war er CTO und Vice-President Engineering bei SenSage, einem Anbieter von Sicherheitsanalysen. MySQL will die Neueinstellungen und das Wissen von Netfrastructure nutzen um “lange zurückgestellte Projekte” anzugehen, sagte Firmen-Mitgründer Michael Widenius.