Google zahlt 90 Millionen Dollar für falsche Klick-Raten

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Google stolpert derzeit über sich selbst. Für den als Klick-Betrug bekannt gewordenen Vorfall zahlt die Suchmaschine Anzeigenkunden eine Entschädigung von 90 Millionen Dollar.

Der zuständige Richter müsse noch zustimmen, heißt es in einem Statement, aber Google geht davon aus, dass die Summe, zu der auch Anwaltskosten gezählt werden, nicht noch höher steigt. Die Entschädigung soll in Form von Gutscheinen für die Schaltung weiterer Anzeigen bei Google ausgezahlt werden.

Im Februar hatten Google-Kunden Klage eingereicht und den Betreibern der Suchmaschine vorgeworfen, wegen falsch gezählter Klicks auf die Anzeige zu viel Geld berechnet zu haben. Mit der bevorstehenden Einigung sollen alle mutmaßlich falschen Klick-Raten seit dem Beginn des ‘Cost per click’-Anzeigenprogramms 2002 abgegolten sein.

Die fehlerhafte Klick-Zählung sei nie absichtlich gewesen, hieß es in dem Statement. Normalerweise würden falsche Klicks automatisch herausgefiltert, bevor sie die Rechnung des Kunden erreichten. Ganz selten könne aber etwas durchrutschen. Das lasse sich dennoch ermitteln und der Geschäftspartner werde dann entsprechend entschädigt.

Experten sehen das anders. Wie der Spiegel berichtet, fürchten Analysten um das gesamte Googlesche Geschäftsmodell. Schließlich macht der Anzeigenmarkt den Großteil des Umsatzes bei der Suchmaschine aus. Sollten weitere Zahlen bekannt werden und sich die Problematik zu ungunsten Googles entwickeln, könnte der Betreiber echte Schwierigkeiten bekommen.

Als hätten sie derer nicht schon genug. Anfang März beispielsweise verwickelte man sich in Widersprüche über die Wachstumschancen des Konzerns. Während Finanzchef George Reyes auf einer Konferenz zunächst gesagt hatte, dass sich die Wachstumsraten abschwächen würden und die Aktie daraufhin ins Abwärts trudelte, hieß es nur wenige Stunden später in einer Mitteilung, das Unternehmen sehe noch deutliche Möglichkeiten, seine Einnahmen zu verbessern. Das Durcheinander war perfekt. Dann ist da noch das Tohuwabohu um die Meinungsfreiheit in China, die der Anbieter mit seinen Filtern nach Meinung einiger nicht wirklich fördert. Das alles kratzt am allzu glatten Lack des Unternehmens.