Bath erkundet die Zukunft von mobilen Anwendungen

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Vor historischer Kulisse testet die Universität der englischen Stadt Bath ein neues ‘pervasives’ Computer-Projekt.

Vor historischer Kulisse testet die Universität der englischen Stadt Bath ein neues ‘pervasives’ Computer-Projekt, das vielleicht die Zukunft des Mobilfunks beeinflussen könnte.

Im Stadtzentrum sollen die Tester mit handelsüblichen Mobiltelefonen überall Zugang zu verschiedenen Anwendungen bekommen, von denen die Wissenschaftler glauben, dass sie in den kommenden Jahren Einzug in Handys und Laptops halten könnten.

In dem rund 2,3 Millionen Euro teuren Projekt haben die Probanten zum Beispiel Zugriff auf ein Netzwerk, das neben virtuellen Karten auch einen Veranstaltungs-Kalender sowie Spiele rund um die Stadt bietet.

Als einer der ersten Dienste wird ein Tool verfügbar sein, das jederzeit den Standort des Handys ortet. Touristen sowie Einwohner der Stadt, die an dem Versuch teilnehmen wollen, erhalten dann Informationen über historisch relevante Gebäude und andere Sehenswürdigkeiten. Technisch umsetzen will die Universität das Projekt unter anderem mit WLAN (Wireless Local Area Network), Blutooth und Nahfeldkommunikation.

Jedoch interessiert die Forscher nicht nur die technische Seite: “Eine der innovativen Aspekte des Projektes, sind 30 Freiwillige, die im Stadtbereich leben. Damit können wir erforschen, wie Menschen Technologien über einen gewissen Zeitraum hinweg gebrauchen”, erklärte Danaë Stanton Fraser, Dozent an der Psychologischen Fakultät in Bath.

Über die nächsten drei Jahre wollen die Forscher nun beobachten, wie sich der Gebrauch der Technologie auf Leben und Verhalten der Versuchspersonen auswirkt. Zudem sollen die Tester auch Rückmeldungen über die Anwendungen geben. Anhand dieser Ergebnisse werden dann Technologie-Unternehmen die nächsten Anwendungs-Generationen entwickeln, hoffen die Forscher. 

“Pervasive Technologie, die für alle, überall und jederzeit verfügbar ist, verspricht eine der nächsten großen Trends der mobilen Computertechnologie zu werden”, sagte Eamonn O’Neill, Dozent an der Fakultät für Computerwissenschaft in Bath und Leiter des Projektes. “Es wird neue technologiebasierte Dienste hervorbringen. Zudem verbessert der Gebrauch von mobilen und pervasiven Technologien die Verbindungen der Mitglieder einer Gemeinschaft.” In Städten sei der Bedarf für solche Anwendungen am größten, daher biete es sich an, die Technologie in einem städtischen Umfeld zu beobachten.