US-Gerichte sollen Microsofts Probleme in Europa lösen

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Je mehr der Druck der europäischen Wettbewerbshüter auf Microsoft steigt, desto verwinkelter werden die Schachzüge des Konzerns.

Bei Bezirksgerichten in Kalifornien, New York und Massachusetts beantragte der Konzern, vier rivalisierende Unternehmen zur Herausgabe relevanter Dokumente zu veranlassen. Bei den Firmen handelt es sich um die Branchenschwergewichte IBM, Oracle, Sun Microsystems und Novell.

Die Unternehmen sollen der Europäischen Kommission Beweise dafür geliefert haben, dass Microsoft nicht genug dafür tut, um die Auflagen der Wettbewerbshüter zu erfüllen. Der eingeschränkte Zugang zu eben diesen Unterlagen behindere Microsoft dabei, sich selbst in Europa zu verteidigen, begründet Redmond nun das Einschalten der US-Justiz. Zuvor hatten sich die EU-Wettbewerbshüter geweigert, Microsoft volle Einsicht in die Dokumente zu gewähren, da diese vertraulich seien.

“Unsere wiederholten Anfragen an die Europäische Kommission nach einem vollständigen und gerechten Zugang zu den Dateien waren nicht erfolgreich, so dass wir nun die US-Gerichte zu Hilfe bitten”, sagte Microsoft-Anwalt Horacio Gutierrez gegenüber dem Wall Street Journal. Redmond hat die Gerichte aufgefordert, schnell zu handeln, da man den eigenen Fall ab dem 30. März in einer mündlichen Anhörung vor der Kommission vertreten müsse. Sollte es dem Konzern dabei nicht gelingen, die Wettbewerbshüter davon zu überzeugen, dass die geforderten Auflagen erfüllt wurden, droht eine Geldstrafe von täglich zwei Millionen Euro.