Oracle verteidigt Fusion gegen Anwendergruppe

Management

Die GUG, Organisation deutscher Anwender von Peoplesoft, haben das Integrationsprojekt ‘Fusion’ von Oracle kritisiert. Sie fürchten, dass ihr Vertrauensverlust Substanz bekommt.

Fusion soll schließlich die übernommenen Produktlinien von Siebel, JD Edwards und Peoplesofts ‘E-Business Suite 2008’ integrieren. Die Hersteller, die SAP-Vorstandsmitglied Shai Agassi am Rande der CeBIT “alle Firmen, die jetzt Oracle heißen” genannt hat, haben einstweilen noch Kunden. Und die fürchten um die Zukunftssicherheit ihrer Produkte.

Trotz der Beteuerungen des Oracle-Managements haben die auf ihrem jährlichen Treffen vor allem dieses Thema diskutiert. Wie es in einem silicon.de vorliegenden Schreiben heißt, hat sich vor allem Peter Mischok als scheidender Vorsitzender der GUG kritisch geäußert. “Bisher hat Oracle außer vielen Folien und einer Roadmap noch nichts vorgelegt. Alles hängt von der Qualität der ersten ausgelieferten Releases und den neuen Modulen ab. Erst dann wird sich zeigen, ob Oracle der strategische Partner für JD Edwards /Peoplesoft-Kunden ist”, stellte er demnach klar.

Genau als solcher will sich Oracle aber zeigen. Gegenüber silicon.de antwortet Christian von Stengel, Senior Director Application Sales bei Oracle Deutschland, dass Oracle die Anliegen verstehe. Gerade deshalb stehe der Konzern “in kontinuierlichem persönlichen Dialog auch im Hinblick auf Fragen zu Produktstrategie und Supportunterstützung”.

“Die Erfahrung der vielen persönlichen Gespräche mit Kunden führt zu unserer Einschätzung, dass die Resonanz auf die Integration der PeopleSoft und JD Edwards Lösungen insgesamt sehr positiv ist”, lautet seine Replik. “Vor allem die Wiederbelebung der Marke JD Edwards wird sehr positiv gewertet und hat das Vertrauen in die Produktstrategie von Oracle gestärkt. Diese sieht die Weiterentwicklung und Integration der Produktlinien Oracle ‘E-Business Suite’, PeopleSoft ‘Enterprise’, JD Edwards ‘Enterprise One / World’ vor.”

Darüber hinaus verweist er auf den “klaren Weg”, den der Konzern mit ‘Fusion Applications’ für die nächsten Jahre gezeichnet habe. Oracle garantiere Kontinuität und sichere einen reibungslosen Übergang zu Fusion durch Migrationspfade. Diejenigen Unternehmen, die ab 2008 nicht auf Oracle Fusion umsteigen und bis auf weiteres ihre PeopleSoft, JD Edwards oder Oracle E-Business Suite einsetzen wollen, bekämen Lifetime Support zugesichert.

“Investitionssicherheit, Wachstumsmöglichkeiten und Zukunftsfähigkeit sind der Kern unserer Strategie im Applikationsbereich. Auf dieser Grundlage haben wir für jeden unserer Kunden klare Antworten für alle Fragen über den weiteren Einsatz unserer JD Edwards, PeopleSoft und Oracle E-Business Suite Produkte”, sagt von Stengel. Die GUG hat sich einstweilen entschlossen, sich mit dem neuen Vorsitzenden Uwe Gomoll an die erfahrenen Oracle-Nutzer aus der DOAG zu halten und mit diesem enger zusammenzuarbeiten.