Google als Bio-Pirat genetischer Daten angeklagt

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Verbraucherschützer haben schwere Vorwürfe gegen Google erhoben. Die angeblichen Pläne des Konzerns, weltweit genetische Daten zu sammeln, sei ein klarer Fall von Bio-Piraterie.

Die Coalition Against Biopiracy verlieh Google deshalb den Anti-Preis ‘Captain Hook Award for Biopiracy’ im brasilianischen Curitiba. Die Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut des Biochemikers J. Craig Venter sei ein klarer Fall von Bio-Piraterie. Das Institut arbeitet an einer durchsuchbaren Datenbank, die Informationen über alle auf dem Planeten vorhandenen Gene beinhalten soll.

Unter Bio-Piraterie verstehen die Organisatoren der Auszeichnung nach eigenen Angaben eine “Monopolisierung des Gen-Pools”. Hinzu komme der unautorisierte Gebrauch von biologischen Ressourcen durch Unternehmen, Universitäten und Regierungen.

Google mache sich des Vergehens deshalb schuldig, weil die Pläne des Konzerns dem Missbrauch privater genetischer Informationen Vorschub leisten könnten. “Google arbeitet in Zusammenarbeit mit Craig Venter an Plänen, um alle unsere Genome ‘googlebar’ zu machen, um eine Art Brave New World für genetisch maßgeschneiderte Medikamente zu ermöglichen”, so der Vorwurf der Verbraucherschützer.

Ursprüngliche Quelle für eine angebliche Zusammenarbeit zwischen Google und Venter ist das im vergangenen November erschienene Buch “The Google Story” der beiden Pulitzer-Preisträger David Vise und Mark Malseed. Google hat sich in der Vergangenheit geweigert, zu dem Thema Stellung zu nehmen. Craig Venter bestreitet eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. Durch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms wurde Venter als “Herr der Gene” bekannt und gilt als namhaftester Genetiker der Welt.