Software ist zu fett, sagen IT-Experten

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Software sollte nicht mehr im Lizenzmodell vertrieben werden. Das sagte Ray Lane, ein ehemaliger Oracle-Manager.

Er meinte, dass sich die Hersteller darauf einstellen müssten, dass Software als Service in Kombination mit neuen Preismodellen zu ihrem Überleben beitragen werde. Lane, der jetzt als Wagniskapitalist bei Kleiner Perkins Caufield & Byers arbeitet, sagte dies im Rahmen eines Vortrags bei der Konferenz Software 2006 in Kalifornien.

Das derzeitige Geschäftsmodell und die Preisstruktur würden demnach dazu führen, dass die Ökonomie im Softwaremarkt bald nicht mehr rentabel und tragbar sein werde. Auf diese Art sei die heutige Situation entstanden: Drei Spieler teilen sich demnach 80 Prozent der Profite am Markt. Investoren würden aber versuchen dem gegenzusteuern und ihr Geld lieber in Firmen anzulegen, die innovative Modelle anbieten. Und je mehr Geld in die Software-Dienstleistungsmodelle aus den “Silicon Valleys weltweit” fließt, so Lane, desto mehr müssten sich die etablierten Firmen bewegen. Dies werde eine Nagelprobe für deren Geschäftsmodell sein.

Damit schlägt er in dieselbe Kerbe wie Nicholas Negroponte, der Internet-Pionier und Web-Guru. Er sagte im Rahmen der LinuxWorld Conference in Boston: “Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem, meiner Ansicht nach, jedes einzelne neue Release einer Software sichtlich schlechter ist als das vorher gehende. Ich habe mir das schnellste Notebook auf diesem Planeten angeschafft und es ist tatsächlich die langsamste und unzuverlässigste Maschine, die ich je in meinem Leben hatte.” Zu viele Features ohne Blick auf die Konsequenzen würden diesen negativen Prozess unaufhaltsam treiben. Er nahm auch Linux-Versionen von dieser elementaren Kritik nicht aus und sagte: “Eine dicke Person benötigt das meiste an Kraft, um dieses Fett von A nach B zu bewegen.”