Tausche Büroklammer gegen Haus – dank Internet!

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Was macht einer, der ein Haus will, sich aber keins leisten kann? Er verschenkt eine Büroklammer.

So zumindest könnte die einfache Formel lauten, nach der der Amerikaner Kyle MacDonald zum Dach über dem Kopf gekommen ist. Es hat ihn ein Jahr, eine große, rote Büroklammer und viel Mühe gekostet, aber seine Tauschgeschäfte übers Internet waren erfolgreich. Und er will weitermachen.

Er sammelte zunächst Erfahrung als Promoter – unter anderem für so kuriose Dinge wie Tischbeinunterlagen, die einen ungestörten Restaurantaufenthalt garantieren sollen, frei von wackeligen Tischen. Bei einer dieser Veranstaltungen kam dem Gelegenheits-Pizzakurier und angehenden Familienvater die Idee, erwachsen zu werden. Und was braucht man dazu? Richtig, ein Haus. Von ein paar hundert Dollar monatlich bei 300 Dollar WG-Miete pro Nase war dies jedoch nicht zu bestreiten und so entwickelte er zusammen mit seiner Lebensgefährtin die Idee, das Internet antikommerziell – wie sie sagen – zu nutzen. Sie inserierten die Büroklammer auf einer lokalen Web-Inserateseite.

Der erste Tausch brachte statt der Büroklammer einen fischförmigen Stift. Diesen inserierte er wieder. Eine Künstlerin wurde aufmerksam und tauschte diesen gegen einen gestalteten Türgriff, den das Kind eines Künstlerkollegen angemalt hatte. Diesen tauschte ein Tramper mit einem Camping-Kocher zuviel, und einem Knopf an der Espressomaschine zuwenig gegen diesen überflüssigen Kocher. Der ging an einen US-Marine-Sergeant, welcher ihn gegen einen Generator eintauschte. Dieser wiederum brachte im Internet im Tausch ein “Instant-Party-Set” aus einem Bierfass, einem Budweiser-Schild, einem Klappstuhl und einem Versprechen, auch das Bier dazu beim Tausch mitzubringen. Inzwischen hatten die Motel-Besitzer den Generator bei der Feuerwehr abgegeben, weil er Gas ausströmte.

Die Feuerwehr hatte ebenfalls Verständnis für den Hausbesitzer in spe und rückte statt dem kaputten Generator eine Pfeife heraus. Der Tausch gelang damit und die Party-Werkzeuge gingen an einen Discjockey in Kanada. Er tauschte ein Schneemobil. Ein Fernsehauftritt brachte schließlich so viel Berühmtheit, dass das Schneemobil gegen einen kleinen Lastwagen wegging. Diesen tauschte MacDonald – ebenfalls übers Web – gegen Studiozeit und einen Vorvertrag für die Aufnahme einer LP.

Dies ging gegen das einjährige Wohnrecht in einer Doppelhaushälfte in der amerikanischen Wüste an einen Sänger. Und MacDonald? Er will weitermachen, bis er Hausbesitzer ist. Er akzeptiert, so sagte er gegenüber AP, keine Geschenke und keine Tauschobjekte, die zu überdimensioniert für den Peer-to-Peer-Gedanken sind, auf dem das Internet aufgebaut ist. Meint MacDonald.Offenbar hat er von den militärischen Ursprüngen des Arpanet, eines Vorläufers des Web, noch nichts gehört.