Otellini will Intel umkrempeln

Management

Nicht nur das Unternehmen sondern auch die Produktzyklen will Intel-Chef Otellini radikal verändern. Alle zwei Jahre sollen neue Mikroarchitekturen die Chips leistungsfähiger machen.

“Keinen Stein” will Paul Otellini, CEO von Intel, im Unternehmen haben, der nicht umgedreht oder genauer angeschaut werde. Umfassende Restrukturierungen und eine Neuausrichtung sollen den Chip-Giganten wieder auf Kurs bringen.

Konkrete Ziele nannte Otellini nicht, jedoch wiederholte der Intel-Chef die Zahl von 1 Milliarde Dollar, die das Unternehmen einsparen will; das entspricht etwa 8 Prozent der Ausgaben. Die größte Restrukturierung seit 1980 hat sich Otellini für die kommenden Jahre zum Ziel gesetzt, und das mit gutem Grund.

Intel musste für das zurückliegende Quartal einen Umsatzrückgang von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum hinnehmen. Zum einen drücken schleppende Verkäufe bei Desktops auf die Zahlen, zum anderen kann die Nummer zwei der Prozessor-Branche, AMD, immer mehr Marktanteile für sich gut machen – besonders bei den Server-CPUs.

Und einer der ersten Steine, die Otellini umdrehen will, sind die Mikroarchitekturen der Chips. Das sind Chip-Designs, die die Grundlage für verschiedene Prozessorfamilien einer Generation bilden. Die erste Neueinführung wird ‘Core’ sein, die ab diesem Sommer ‘NetBurst’ in den CPUs ablösen soll. Der erste Prozessor mit der neuen Architektur wird die zweikernige Server-CPU ‘Woodcrest’ sein. ‘Conore’ und ‘Merom’ sollen für Desktops und mobilen Geräten im Monatsabstand folgen. 

Weniger Stromverbrauch und spürbar mehr Leistung hält die Neuentwicklung bereit. Für die Einsparung beim Verbrauch habe sich Intel von Technologien, die bislang in Mobil-Prozessoren eingesetzt wurden, inspirieren lassen. Core bildet dann die Grundlage für Server-Chips, Desktop-Prozessoren und mobile Plattformen.

Mehrere Design-Teams sollen die Veröffentlichung neuer Mikroarchitekturen vorantreiben. Während ein Team noch an einem Design arbeitet, soll sich ein weiteres Team schon mit der Entwicklung des Nachfolgers beschäftigen.

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