Gates und Otellini schelten PC-Totengräber

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Immer weniger Menschen kaufen einen PC. Einige glauben, das könnte an Alternativen wie dem iPod oder Mobiltelefonen liegen. Die Chefs von Microsoft und Intel dagegen halten den klassischen Rechner für einen wichtigen Bestandteil in der Anwender-IT.

Für Bill Gates und Paul Otellini ist die Zeit der Personal Computer noch lange nicht abgelaufen, im Gegenteil. Ihrer Meinung nach wird der Rechner am Schreibtisch ein wichtiges Verbindungsglied bei der Verwaltung all der populären Techniken sein.

Als eine Art Hub, einem Knotenpunkt, der mehrere Anwendungen miteinander verbindet, werde der Rechner künftig fungieren, glauben sie und fragen, wo die User denn sonst die Bilder aus der Digitalkamera ablegen, Kontakte synchronisieren oder  Downloads speichern sollen. “Auf dem PC natürlich.”

“Den PC kann man heute für weit mehr hernehmen als für die Erstellung von Dokumenten, für die er ursprünglich einmal entwickelt wurde”, schreiben die beiden in einer Kolumne im Wall Street Journal. “Heutzutage benutzen Anwender den Computer als Kommunikations-Tool, Radio, TV, Kino und Photoalbum.”

Mit ihrem Plädoyer für den klassischen Computer reagieren Gates und Otellini auf Zahlen, die die Marktforscher von IDC jüngst veröffentlichten. Danach sinkt der PC-Absatz, zuletzt von 15,9 auf 12,9 Prozent. Auch Microsoft selbst musste bereits bekannt geben, dass das Wachstum in diesem Bereich weniger hoch ausfallen würde als in den Jahren zuvor.

Analysten vermuten in diesem Zusammenhang, dass die mehrmalige Verschiebung des neuen Microsoft-Betriebssystem Vista etwas damit zu tun haben könnte. Möglicherweise warten Anwender den Verkaufsstart ab. Immerhin handelt es sich bei Vista um die erste große Überarbeitung des Systems, das in etwa 90 Prozent der weltweit verstreuten Computer zum Einsatz kommt. Auch Intel wäre von den fallenden PC-Verkäufen massiv betroffen. In circa 80 Prozent der PCs weltweit, verrichten Intel-Chips ihre Arbeit.

Die beiden CEOs trommeln natürlich auch für die eigene Sache. Intel weht der Wind des Konkurrenten AMD zunehmend stark ins Gesicht, Microsoft muss lernen mit Rivalen aus dem Internet klarzukommen, darunter Google, Yahoo und Salesforce.com, die Software-Programme via Web zum Anwender bringen.