DSL-Resale-Rabatte weiter umstritten

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Mit gemischten Gefühlen haben die alternativen Carrier die Verfahrenseinstellung der Bundesnetzagentur wegen der DSL-Resale-Rabatte der Deutschen Telekom aufgenommen.

Die Schmerzgrenze bei DSL-Rabatten sei überschritten, urteilte der Breitbandanbieter-Verband Breko. Die Telekom habe die Ressourcen der Netzagentur überlang gebunden, so der TK-Branchenverband VATM. Beide Verbände betrachten die Entwicklung der vergangenen Tage mit Argwohn gegenüber dem großen Carrier. Die Bundesnetzagentur hatte am Dienstag das Verfahren zu den Rabatthöhen gegen die Festnetzsparte T-Com eingestellt.

Dies allerdings erst, nachdem diese die Rabatte für die Resale-Entgelte im breitbandigen Bereich neu vorgeschlagen und von ihrer Seite aus festgeschrieben hatte. Wie aus dem eingestellten Verfahren ersichtlich, ist die Agentur mit der Festlegung auf 20 Prozent für einen möglichen Preisnachlass einverstanden. Nun kann die Telekom DSL-Resellern wie 1&1, AOL und Freenet bis zu 20 Prozent Nachlass einräumen.

“Zum wiederholten Male handelt die Deutsche Telekom erst unter dem Druck einer drohenden Regulierung”, sagte Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Branchenverbandes VATM. Für ihn hat sich die Telekom wieder einmal als Monopolist benommen, der “erst auf Druck einer Behörde seine Vertragskonditionen teilweise anpasst”. Die Telekom habe das Verfahren der Behörde strategisch missbraucht, so Grützner.

Als “kritisch für den Breitbandfortschritt” bezeichnete hingegen Rainer Lüddemann, Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (BREKO), die Einstellung des Verfahrens. Die von seinem Verband vertretenen Firmen müssten demnach 16,15 Euro pro Anschluss zuzüglich eigener Vorleistungen zahlen, während die Telekom-Partner wegen der hohen Rabatte nur auf 11,71 Euro pro Anschluss kämen.