Media-Saturn verliert Kunden an den Fachhandel

Management

Die Media-Saturn-Holding – Deutschlands größter Elektronikhändler – verliert gegenüber dem Fachhandel an Boden.

Experten machten dafür unter anderem den erhöhten Informationsbedarf der Kunden verantwortlich. Die immer kompliziertere Vernetzung von Fernsehern, Computern und Programmlieferanten erhöhe den Wunsch nach Beratung, sagte Willy Fischel vom Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT) dem Handelsblatt.

Die Verbraucher fühlten sich zudem von Media-Saturn bei einigen Preisaktionen getäuscht, hieß es. “Media-Markt und Saturn sind zu oft beim Mogeln erwischt worden, wenn es um die Preise ging”, sagte Wolfgang Brenner, Marketingchef der Expert-Gruppe. Das schlage sich im Image nieder. Artikel seien verteuert worden, um sie kurz darauf mit Rabatten anbieten zu können.

Bei einigen Artikeln habe offenbar auch der Saturn-Slogan ‘Geiz ist geil’ ausgedient. So ließen sich die deutschen Verbraucher nach Angaben des Marktforschungsinstitutes GfK einen durchschnittlichen Fernseher im ersten Quartal 2006 etwa 27 Prozent mehr kosten als im ersten Quartal 2005. Gekauft wurden vor allem Markengeräte.

Das Umsatzbarometer bei den Media-Saturn-Rivalen zeigt demnach nach oben. Der Umsatz des Einkaufsverbundes Euronics (‘Red Zac’) legte seit September 2005 um acht Prozent zu. Der Umsatz von Expert stieg im letzten Geschäftsjahr (März 2005 – März 2006) um elf Prozent. Dagegen habe Media-Saturn beim Umsatz zuletzt lediglich 2,6 Prozent zugelegt, hieß es.