Microsoft begräbt WinFS

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WinFS, das ehrgeizigem Projekt eines neuen Dateisystems für die Windows-Betriebssysteme, wird es so nicht mehr geben.

Einst sollte es eine der Säulen von Vista werden. Doch WinFS bereitete in der gewünschten Form Probleme und wurde aus der Vista-Roadmap gestrichen. Nun soll es wohl als eigenständiges Produkt überhaupt nicht mehr weiterentwickelt werden. Einige Komponenten der Technologie will Microsoft in andere Produkte integriert, wie Quentin Clark, Chefentwickler für WinFS, in einem Blog mitteilte.

“Die wichtigste Veränderung, über die ich heute spreche, ist unsere Packaging-Strategie”, erklärte Clark. So hätten sich bei der Entwicklung viele neue Technologien herauskristallisiert, die “über die WinFS-Vision hinausgehen und Teil einer breiteren Daten-Plattform-Vision sind”, heißt es weiter.

Funktionen, die jetzt in ADO-Dotnet vorkommen, seien zum Beispiel ursprünglich für die Programmierschnittstellen in WinFS vorgesehen gewesen. So würden jetzt eine Reihe weiterer Technologien nicht auf WinFS beschränkt bleiben, sondern sollten größeren Einsatzbereichen zugeführt werden.

Ein Feature, das bei der Ankündigung von WinFS für besonderes Aufsehen gesorgt hatte, war eine Technologie, die vor allem das Speichern unstrukturierter Daten völlig neu angehen sollte. Diese Features sollen nun in ‘Katmai’, der nächsten Version des SQL Server, verpflanzt werden.

Daher verfolge man bei Microsoft kein separates Produkt mehr und das schließe auch die bereits geplante zweite Beta-Version mit ein. “Indem wir nun unsere Kräfte darauf konzentrieren, herangereifte Aspekte der WinFS-Technologie in SQL und ADO-Dotnet als Prodkut zu bringen, brauchen wir kein separates WinFS-Produkt”, schließt Clark seine Argumentation. Schließlich und endlich werden vor allem Plattformen wie Vista oder Longhorn von der Arbeit des WinFS-Teams profitieren.

Der neu besetzte Posten des Chief Software Architect, den sich Bill Gates noch bis 2008 mit Ray Ozzie teilt, hat sich offenbar von der einstigen Lieblings-Vision von Microsoft-Boss Gates verabschiedet. Nun wird die heilige Kuh geschlachtet, filetiert und aufgeteilt.

“Wenn es kein eigenständiges Produkt mehr ist, dann ist es tot”, stellt einer der Kommentatoren zu Clarks Veröffentlichung fest. “Es ist ganz nett, diese Funktionen im SQL-Server zu haben, aber wir haben immer gedacht, es geht um ein neues Dateisystem.”