E-Government – Deutschland Flop, Österreich Top

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In Sachen E-Government tritt Deutschland auf der Stelle. Im europaweiten Vergleich belegt die Bundesrepublik lediglich Platz 19 von 28. Das ist ein Platz schlechter als bei der letzten Studie der Beratungsgesellschaft Capgemini.

“Beim E-Government tritt Deutschland mittlerweile auf der Stelle”, sagte Capgemini-Experte Tom Gensicke. Ursache ist seiner Meinung nach, dass das Thema in Deutschland keine Priorität genießt. “Es wird als Kostenfaktor und nicht als Wirtschaftsfaktor angesehen.”

Die Initiative Deutschland Online, die eigentlich das Ziel habe, die nationalen Initiativen zwischen Bund, Ländern und Kommunen zu bündeln, verfüge weder über die notwendigen finanziellen Mittel noch über das Personal. “Die Projekte sind versandet”, so Gensicke.

Auch einer neuen Initiative der Bundesregierung steht er skeptisch gegenüber. Unter dem Motto ‘Informationsgesellschaft Deutschland 2010’ soll der digitale Graben zwischen öffentlicher Verwaltung und Privatwirtschaft ab Herbst überbrückt werden. Gensicke glaubt dennoch: “Die Lücke zwischen dem Technikverständnis in den Verwaltungen und der Wirtschaft wird größer.”

Besser machen es dagegen die Nachbarn aus Österreich. Sie belegten in dem Ranking den ersten Platz. Der Online-Umsetzungsgrad hat hier mittlerweile 90 Prozent erreicht – in Deutschland sind es derzeit 75 Prozent. 2001 lag die Umsetzungsquote noch bei jeweils 40 Prozent. Dass uns die Österreicher mittlerweile abgehängt haben, liegt laut Gensicke an deren Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Er hat das Thema vor fünf Jahren zur Chefsache erklärt – mit sichtbarem Erfolg.