Vistas PC-Rating sieht jetzt genauer hin

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Um weitere Reibungen mit Chipherstellern zu vermeiden, hat Microsoft jetzt das Rating-Werkzeug für die jeweilige Vista-Performance auf einem bestimmten System etwas neutraler und aussagekräftiger gestaltet.

Dabei hat Microsoft vor allem an zwei Schrauben gedreht: an der Benennung des Systems an sich und an der Messung des Indexes.

So heißt das kürzlich vorgestellte Vista-Werkzeug nunmehr nicht ‘PC Rating’, weil dies eine allgemein gültige Aussage über eine Hardware impliziert, die aber von dem System weder gegeben wird, noch gegeben werden soll. Hierbei sollen weiterhin Taktraten und andere objektive Kriterien entscheiden, meinten kritische Hardwarehersteller. Mit dem neuen Namen ‘Windows Experience Index’ sind sie eher einverstanden, dabei sei der eigentliche Sinn erkennbar – nämlich lediglich die Leistung eines einzigen Systems auf einem bestimmten Computer zu messen.

AMD und Intel haben demnach an der neuen Bewertungsskala ebenfalls mitgearbeitet und ihre Erfahrung eingebracht. Dabei ist nun eine Justierung herausgekommen, bei der alle Werte in der gleichen Größeneinheit gemessen werden. Microsoft hatte in der ersten Version einen ‘Overall Index’ eingeführt, der in natürlichen Zahlen gemessen wurde, während für jeden anderen Wert auch die erste Stelle hinter dem Komma angegeben wurde. Diese Verwirrung soll nun nicht mehr vorkommen.

Dennoch bleibt die Kritik an dem Tool kleben, es beschränke sich beinahe ausschließlich auf die graphischen Schönheiten der Vista-Systeme. Wieviele Kerne aber ein Rechner haben sollte oder die gar nicht triviale Betrachtung, wie sehr Vista auf voller Leistung die Batteriezeit eines Laptops zusammenschnurren lässt – diese Aspekte kommen weiterhin nur marginal vor, zitiert die US-Presse eine Quelle bei einem großen Chiphersteller. Andere Hersteller halten die Leiste für den Verbraucher für etwas sinnvolles- grundsätzlich. Jedoch müsse Microsoft auch angeben, unter welchen Bedingungen der Konzern zu seinen Ergebnissen gekommen sei, er müsse klar machen, dass es sich nicht um eine absolute, sondern eine selektive Bewertung handle, die nur für ein einziges System relevant sei. Die Akzeptanz in der Industrie scheint allerdings ohne Frage zu sein: Einige Computerhersteller können sich, Branchenkennern zufolge, die Vista-Bewertungen in ihrer endgültigen Form als Verkaufsargument für Rechner vorstellen.