Uni-Forscher knacken Galileo-Code

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Forscher der Cornell University im Bundesstaat New York haben den Code geknackt, der Galileo-Satellitenanwendungen schützt.

Die Signale, die GIOVE-A (Galileo In-Orbit Validation Element-A), der erste Testsatellit für das europäische Galileo-System, ausstrahlt, sind demnach geknackt worden. Die EU-Kommission wiegelte ab.

Aber die Uni-Forscher haben einem Bericht in der US-Presse zufolge ein elementares Stück des Systems geknackt: Mit einfachsten Mitteln, also einem auf ein Dach montierten Antennensystem und einem leistungsfähigen digitalen Receiver für Speicherung von Daten und Signalen, haben sie demnach den Code gebrochen, der für die Sendung verantwortlich ist. Dieser beruht auf zufälligen Zahlensendungen oder Pseudorandom Numbers, kurz PRN. Der Code für die jeweilige Reihenfolge liegt nun für die Forscher offen.

Sie teilten mit, dass mit dem Code-Hack die kommerziellen Anwendungen von Galileo-Lösungen gefährdet seien. Die Sicherheitsstrategie der EU-Kommissare habe einem Bericht zufolge nur darin bestanden, den Code geheim zu halten, nicht, ihn zu verschlüsseln. Mit der Veröffentlichung sei jetzt die Hauptsache an einer Vermarktung aus dem Sack: die Weitervermietung des Codes an Serviceprovider für eigene Angebote. Die Offenlegung würde jetzt jedem Anwender die direkte Nutzung des Satelliten erlauben, sobald Dienste aufgesetzt seien. Gratis, in gewisser Weise.

Die Kommissare teilten der Presse mit, dass genau dieser Schaden nicht entstanden sei. Es handle sich bei dem geknackten Code nur um eine Vorform, die sowieso bei Bereitstellung echter Lösungen vom Markt genommen werde. Ferner seien sowieso einige Dienste für den kostenlosen Gebrauch angedacht. Und überhaupt sei der Code mitnichten geheim gewesen, zitiert die Presse Brüssel.