Projekt speichert Daten in Häppchen

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Das Projekt Cleversave könnte die Zukunft des Storage mit einem neuen Ansatz nachhaltig beeinflussen. Daten werden einfach in kleinen ‘Schnipseln’ über das Netz verteilt.

Unter den 175 Ausstellern der LinuxWorld, die am Freitag im Moscone-Center in San Francisco ihre Pforten schloss, war das Projekt Cleversave sicherlich eines der Highlights. Dabei werden Informationen über einen Algorithmus in kleine Portionen unterteilt, die dann im Netz an verschiedenen Orten aufbewahrt werden.

Somit schlägt das Chicagoer Unternehmen Cleversave zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Daten werden verteilt gespeichert und können gleichzeitig nur von dem Rechner wieder zu einer sinnvollen Information zusammengefügt werden, der die Datenpäckchen auf die Reise geschickt hat.

Denn auch wenn einzelne Päckchen verloren gehen, kann die Software die fehlenden Daten ergänzen. Ist etwa eine Datei in elf Stücke zerteilt, benötigt Cleversave lediglich sechs, um die ursprüngliche Information wieder zusammenzusetzen. Die einzelnen Informationsstücke hingegen können nicht gelesen werden.

“Bei Storage, das mit Hilfe von Kopien arbeitet, muss man den Nachteil in Kauf nehmen, dass mehr Verfügbarkeit zu weniger Sicherheit und höheren Kosten führt”, erklärt Chris Gladwin, President von Cleversave. Mit einer verteilten Speicherung bedeute höhere Sicherheit nicht weniger Leistung oder mehr Bedarf beim Speicherplatz. Um die Sicherheit zu erhöhen, werden einfach die Bruchstücke kleiner und weiter verteilt, so Gladwin.

Der Flaschenhals in dieser Lösung liege hingegen in den verfügbaren Bandbreiten des Internets. Künftige Versionen von Cleversave, so stellt Gladwin in Aussicht, werden prüfen, ob es schneller ist, alle Informationseinheiten auf den Zielrechner zu laden, oder aber mit Hilfe von Ergänzungsdaten lediglich einen Teil der Informationen herunterzuladen und dann über die Software ergänzen zu lassen. Die Cleversave-Technologie soll nicht nur eines Tages Privatleuten helfen, ihre Fotos und Musikdateien zu speichern, sondern soll auch von kommerziellen Storage-Anbietern verwendet werden.

Gladwin kam nicht ohne Not auf die Idee, einen eigenen sicheren Storage-Algorithmus zu entwickeln. Nach dem Verkauf seines Online-Musikladens ‘Musik Now’ ging er daran, seine Sammlung von Fotographien, Musik und Zeitungsausschnitten zu digitalisieren. Das Ergebnis waren 27 Gigabytes. Und keine am Markt angebotene Lösung schien ihm 2004 die geeignete zu sein. Das Paper “How to share a Secret” des Kryptologen Adi Shamir inspirierte Gladwin schließlich zu dem Ansatz, eine Information in kleine Teile zu brechen und so deren Inhalt zu verschlüsseln.

Cleversave, das 25 Mitarbeiter beschäftigt, unterhält neben ‘Cleversave Dispersed Storage’ mit ‘DSGrid File System’ ein weiteres Projekt. Hier will das Unternehmen sicherstellen, dass Linux-Anwendungen auf das Storage Grid wie auf ein reguläres Dateisystem zugreifen können. 

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