Microsoft zahlt Entschädigung für Vista-Verzögerungen

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Nach den zahlreichen Verschiebungen von Windows Vista und Office 2007 arbeitet Microsoft offenbar an einer Art Entschädigungsprogramm für die Anwender.

Damit sollen negative Auswirkungen für Firmenkunden mit Volumenlizenzen, die am Software-Assurance-Programm beteiligt sind, abgemildert werden, berichtet der Branchendienst eWeek. Das Programm garantiert ihnen Zugang zu allen Updates und neuen Versionen der Software, für die sie die Verträge abgeschlossen haben.

Aber selbst wenn Microsoft die aktuellen Zeitpläne für die Veröffentlichung von Vista und Office 2007 einhält, könnten die Verspätungen für einige Kunden bedeuten, dass ihre Verträge auslaufen, bevor Vista verfügbar ist. Deshalb plane man in Redmond Wiedergutmachung in Form von Rabatten, Incentive-Programmen und ähnlichem, um Software-Assurance-Kunden – die ohne eigenes Verschulden mit einem ungültigen Vertrag dastehen – zu einer Verlängerung der Vereinbarung zu überreden.

Das Incentive-Programm werde derzeit noch von Microsofts OEM-Gruppe (Original Equipment Manufacturer) entwickelt und soll im Herbst veröffentlicht werden, sagte ein Microsoft-Sprecher gegenüber dem Blatt. Weitere Details nannte er nicht. Sicher ist jedoch, dass Microsoft die negativen Schlagzeilen, die mit verärgerten Firmenkunden einhergehen würden, scheut. Schließlich hat das Software-Assurance-Programm seit seiner Veröffentlichung 2001 schon für genügend Wirbel gesorgt.

“Wir haben bereits die Kunden und die entsprechenden Partner identifiziert, die von dem Problem betroffen sind”, sagte deshalb Allison Watson, Vice President für den Bereich Worldwide Partner Group bei Microsoft. “Weltweit wird es Angebote und Incentive-Programme geben und einen verstärkten Einsatz der Partner, um bezüglich dieser Angelegenheit die Zufriedenheit der Kunden sicherzustellen.” Der weltweite Außendienst und Partner-Channel werde deshalb Tools und Angebote an die Hand bekommen, um die Situation dort zu erleichtern, wo die Vista-Verschiebung negative Auswirkungen hatte, so Watson.

Gleichzeitig versuchte sie, die Folgen der immer wieder nach hinten verschobenen Termine herunterzuspielen. Es gehe weniger darum, wann eine Software veröffentlicht wird, sondern wie sie ausgeliefert und unterstützt wird und inwieweit sie die gesamte Produktfamilie und die Plattform betrifft.

“Ehrlich gesagt, sagen mir Partner, dass sie mit dem Service-Geschäft mehr Arbeit haben, als die bewältigen können. Sie brauchen mehr Zeit und sie brauchen unsere Hilfe, um neue Leute einzustellen – deshalb ist es in einigen Fällen ein Vorteil für Services- und ISV-Partner (Independent Software Vendor) wenn sie mehr Zeit für Tests haben.”

Nach Informationen von eWeek arbeitet Microsoft außerdem an einer Art “technischer Garantie” für Vista, die sich vor allem an OEMs und Systementwickler richtet. Eine Microsoft-Sprecherin bestätigte lediglich, dass der Konzern gemeinsam mit OEM-Partnern daran arbeitet, “den besten Weg zu finden, um die Kundenzufriedenheit während der Feriensaison zu gewährleisten, aber es liegen noch keine Details vor, die wir zu diesem Zeitpunkt mitteilen könnten.”

Voraussichtlich wird es sich bei dem Programm um Gutscheine handeln – sie sollen Privatnutzern und Firmen, die noch in diesem Jahr ein System mit Windows XP kaufen, ein Upgrade auf Vista garantieren, wenn  die Software im Januar nächsten Jahres auf den Markt kommt – sofern es tatsächlich bei diesem Termin bleibt.