Zweiter Interessent wirbt um BenQ

Management

Auch wenn die Reaktion aus der Politik bisher verhalten war – es besteht noch Hoffnung für Werk und Belegschaft der ehemaligen Siemens-Handysparte, die bei dem asiatischen Hersteller BenQ auch kein Glück fand.

Wie die Süddeutsche Zeitung am späten Nachmittag berichtete, überboten sich die Interessenten angeblich, um die wertvollen Teile der BenQ Deutschland ganz oder teilweise zu erwerben.

Einmal soll auch der Satz gehört worden sein, man könne “sofort anfangen”. Doch es gibt Grund abzuwarten. Nach Gerüchten sollen in München und Kamp-Lintfort insgesamt 1700 Mitarbeiter ihre Stelle nicht sofort verlieren. Das ist das Angebot der US-Firma Sentex, die offenbar eifrig gegen einen noch anonymen deutsch-amerikanischen Konzern bietet.

Wie eine Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager nicht müde wurde zu betonen, gebe es aber noch mehr Interessenten. Die Gläubigergruppe, die sich am Dienstag in München traf, hat das letzte Wort. Sicher ist nur, dass das deutsch-amerikanische Konsortium von Ex-DaimlerChrysler-Manager Hansjörg Beha vertreten wird. Und, dass sie es eilig haben, mit der Übernahme zu beginnen, da sie noch vom Weihnachtsgeschäft profitieren wollen. Wenn es nach garantiert übernommenen Mitarbeitern geht, gewinnt allerdings die Sentex. Die internationale Gruppe bei Beha will sich nur auf 800 übernommene Ex-Siemensianer einlassen.

“Die Mitarbeiter haben ein unglaubliches technisches Know-how”, erklärte Beha. Doch da die Situation für sie so schlecht ist, will sich das Management offenbar nicht lumpen lassen und ist bereit, ihnen für dieses “unglaubliche” Wissen sogar Gehälter zu zahlen. Beha wies Berichte zurück, wonach die Mitarbeiter nach dem Motto “besser hier als nirgendwo” auf unbestimmte Zeit nicht für ihre Arbeit entlohnt werden. “Wir haben nie gesagt, dass die Menschen gratis arbeiten sollen”, sagte Beha jetzt. Die Verhandlungen dauern zu Redaktionsschluss noch an.