Brasilien droht mit Schließung der Google-Seiten

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Die Behörden in Brasilien drohen dem Suchdienst Google mit der Schließung der dortigen Seiten. Hintergrund ist ein Streit über den populären Social-Networking-Dienst Orkut.

Die brasilianische Staatsanwaltschaft wirft Google vor, dass Orkut Informationen für die Verbreitung von Kriminalität und Kinderpornographie beinhaltet. Sie fordert nun, Daten über Google-Nutzer herauszugeben und zudem eine Geldstrafe von 61 Millionen Dollar – sollte Google die Forderungen nicht erfüllen, drohen die Ermittler mit einer Schließung der Dienste.

Indem Google die Informationen über Orkut-Nutzer zurückhalte, behindere der Konzern die Ermittlungen der Behörden, so die Argumentation der Staatsanwaltschaft. Bei Google heißt es dagegen, man sei allen Nachfragen nachgekommen. “Wir haben alle gerichtlichen Forderungen erfüllt, illegale Inhalte zu entfernen”, sagte Google-Sprecherin Nicole Wong. “In einigen Fällen wurden wir aufgefordert, aus Ermittlungsgründen Nutzerinformationen zu übergeben und das haben wird auch getan.”

Weiter hieß es von Google, die brasilianischen Behörden müssten sich an das US-Hauptquartier des Suchmaschinenbetreibers wenden, wo die Orkut-Seiten gehostet werden. Informationen zur Online-Community von Orkut würden nicht in Brasilien vorgehalten. Nach Angaben von Google hat Orkut derzeit 16 Millionen Nutzer – drei Viertel davon in Brasilien.