HP-Abhöraffäre fordert ihr nächstes Opfer

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Nur wenige Stunden nachdem die Demission von HPs Chairman Patricia Dunn bekannt wurde, verließ George A. Keyworth mit sofortiger Wirkung das HP Board.

Dunn soll die Überwachung von HP-Vorstandsmitgliedern angeordnet haben. Dabei wurde mit zweifelhaften Methoden nach Personen gesucht, die HP-Interna an die Öffentlichkeit weitergegeben hatten. Dunn muss deshalb im Januar 2007 den Chairman-Posten an CEO Mark Hurd abtreten.

Keyworth saß seit 1986 im HP-Vorstand. Dunn hatte ihn verdächtigt, Informationen an den Branchendienst Cnet weitergegeben zu haben. In einer gemeinsamen Mitteilung von Dunn, Hurd und Keyworth entschuldigte sich Dunn jetzt dafür, an der Beeinträchtigung der Privatsphäre von Keyworth mitgewirkt zu haben.

Keyworth gab in dem Statement an, die Quelle für einen Cnet-Artikel gewesen zu sein, der im Januar 2006 erschien. Seine Äußerungen seien im Interesse des Unternehmens gewesen und hätten keine vertraulichen Daten beinhaltet. Jetzt gehe es vor allem darum, dass HP aus dem “aktuellen Morast” herauskomme, so Keyworth.

Hurd dankte Keyworth für seine langjährige Mitarbeit. Gleichzeitig war in der Mitteilung davon die Rede, dass Keyworths Kontakte zu Cnet im Januar 2006 nicht über die “üblichen Kanäle” gelaufen seien.