Deutsches Handygeschäft von BenQ am Ende

Management

Ein Jahr nach der Übernahme der Siemens-Mobilfunkgeräte in Deutschland ist der neue Besitzer BenQ aus Taiwan mit der Sanierung gescheitert. BenQ Mobile Deutschland meldet Insolvenz an – damit stehen 3000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Die BenQ Mobile GmbH werde voraussichtlich in den nächsten Tagen Insolvenzantrag stellen, hieß es in einer Mitteilung am Donnerstag Mittag. Der taiwanesische Mutterkonzern habe bekannt gegeben, dass er keine weiteren Zahlungen mehr leisten werde. “Jetzt ist wirklich Feuer unterm Dach”, so ein BenQ-Sprecher.

Betroffen sind die Zentrale in München mit 1400 Beschäftigten sowie die Produktionsstandorte in Bocholt und Kamp-Lintfort mit insgesamt 1600 Mitarbeitern. BenQ will das Geschäft mit Handys der Marke BenQ-Siemens laut Mitteilung aus Asien heraus fortführen.

Das Management von BenQ Mobile werde umgehend Maßnahmen treffen, um das laufende Geschäft aufrecht zu erhalten. Mögliche Folgen für die anderen Standorte und regionalen Gesellschaften von BenQ müssten noch geklärt werden, heißt es in der Mitteilung weiter.

BenQ hatte im Sommer bereits den Abbau von mehr als 500 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt. Es ging dabei um 277 Beschäftigte der Zentrale in München und 250 externe Mitarbeiter in München sowie dem Werk im nordrhein-westfälischen Kamp-Lintfort.

BenQ hatte zuletzt die Ertragserwartungen nach unten korrigiert. Wegen der verspäteten Einführung neuer Produkte und Belastungen durch die Bereinigung der Modellpalette werde erst Mitte 2007 die Ertragswende erreicht, hatte es Ende August geheißen. Zuvor war die Tochter des taiwanesischen BenQ-Konzerns davon ausgegangen, die Gewinnschwelle Ende dieses Jahres zu erreichen. Die Marktanteile des Handy-Anbieters waren aber stark gefallen.

Dabei hatte sich BenQ-Mobile-Chef Clemens Joos bei der Übernahme noch sehr optimistisch gezeigt: “Zehn Prozent Marktanteil sind im Zeitraum von zwei bis drei Jahren erzielbar”, so Joos vor einem Jahr anlässlich der Übernahme. Wenig später wurde er dann schon vorsichtiger: “Es geht mir nicht um den Marktanteil. Ich kann mit fünf Prozent leben, wenn sie profitabel sind.”