Technik stellt Skypes mobilen Plänen ein Bein

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Ob und wann Skype-Lösungen für mobile Endgeräte kommen, hängt davon ab, wie der Anbieter Technik und Partnergeschäfte meistern wird. Bislang scheinen nur die Hürden klar zu sein, nicht aber Lösungswege.

Wie Niklas Zennstrom, Chief Executive Officer von Skype, einer Ebay-Tochter, gegenüber der finnischen Presse sagte, wird der Plan dennoch weiterverfolgt. Der sieht vor, dass die beliebte und kostengünstige Telephonie von PC zu PC sich auf mobile Geräte ausdehnt. Das soll mehr und andere Kunden ansprechen.

Zellstrom wird mit den Worten zitiert, die Firma werde “technische Hürden” zu nehmen haben, bevor Skype auf handelsüblichen Handys eingesetzt werden kann und somit massentauglich mobil wird. Außerdem sagte er demnach, er könne keine Angaben zur Roadmap machen, etwa, wann die Anwendung auf Skype-fähigen Telephonen beispielsweise der Firma Nokia und anderer Anbieter geplant sei.

Unabhängig davon wächst der Druck auf Ebay, die Besitzer von Skype. So erwarten die Analysten laut der US-Fachpresse, dass sich die Lösung erst auf mobilen Endgeräten richtig entfalten kann und erst dort so richtig für steigende Umsätze sorgen werde. Die Anleger seien ebenfalls gespannt, wann die 2,6 Milliarden Dollar, die Ebay für Skype ausgegeben hatte, sich mehr als bisher in klingender Münze niederschlagen und als Profite wieder zurückrollen in ihre Taschen. Zwar wird die Anlegerschaft als mit dem Kauf zufrieden beschrieben, doch mehr Umsätze mit Skype könnten nicht schaden, heißt es. Im zweiten Quartal machte Skype aber immerhin 44 Millionen Dollar Umsatz.

Dazu kommt noch, dass Skype bereits seit zwei Jahren auf verschiedenen Ebenen darüber philosophiert hatte, die Anwendung mobil zu machen. Konkret folgte dem bislang nichts, heißt es. Dabei wird gerade die mobile Lösung als Gelddruckmaschine betrachtet, da sie schätzungsweise mit 10 Cent je Minute für die Kunden zu Buche schlagen könnte, während Skype für die PC-Anwendung nur etwa 2 Cent pro Minute abrechnet. Vor allem Geschäftskunden dürften sich mit solchen Aussichten auf Handyverbindungen weltweit angesprochen fühlen. Immerhin kostet die Handyminute international bis zu einem Dollar.

Für Skype selbst gilt die mobile Anwendung aber auch als Schlüssel, um den chinesischen Markt aufzubrechen. Hier tritt der im Westen in seiner Liga weitgehend konkurrenzlose Dienst gegen den Rivalen Tencent QQ an. Der Instant Messaging Service läuft bereits auf mobilen Geräten und zählt Hunderttausende Kunden. Auch für den SMS-Service – ein Feature, das Skype angeblich immer noch Probleme bereiten soll und als Einstieg in die mobile Welt für den Dienst gilt. Nachrichten sollen mit dem SMS-Dienst teilweise Tage brauchen, um zum Ziel zu gelangen.

Skype selbst gibt sich vorsichtig optimistisch. Wie es in einer Stellungnahme heißt, arbeite das Mobil-Entwickler-Team hart und habe bereits auf der Microsoft-Plattform für Handys mit einigen Erfolgen aufwarten können. Demnächst soll Skype auch Symbian unterstützen. Die Krux liegt nun darin, mit Skype Mobil eine plattformübergreifende, stabile Lösung zu bauen, die weltweit und geräteindifferent funktioniert.

Während bei Skype gebastelt wird, tickt allerdings die Uhr: Firmen wie Jajah und Rebtel schicken sich derweil an, nach dem Geschäftsmodell von Skype – also mit Bandbreite, die von den Carriern für Anwendungen reserviert ist – freie, billige mobile Telephonie anzubieten. Teilweise einfacher und teilweise billiger als Skype. Das erhöht den Druck auf die Entwickler.