Ist E-Mail Tracing legal?

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Im Zuge des HP-Spionageskandals wird in den USA die Rechtmäßigkeit der so genannten E-Mail-Tracing-Software diskutiert.

HPs Chairman Patricia Dunn hatte nach Angaben des HP-Mitarbeiters Fred Adler auch den Einsatz dieser Software angeordnet, um die ‘undichten Stellen’ im Unternehmen zu finden.

Beim E-Mail Tracing geht es darum, den Weg einer E-Mail zu verfolgen. Der Absender der Nachricht kann so erfahren, ob die E-Mail gelesen wurde und an wen sie weiter geschickt wurde.

Dazu hinterlegt der Absender auf einem Webserver ein Bild. Die E-Mail enthält einen versteckten Link zu diesem Bild. Öffnet der Empfänger die Nachricht, sendet der PC des Empfängers eine Information an den Webserver.

HP setzte nach Angaben des Branchendienstes Infoworld eine Tracing-Lösung des australischen Anbieters ReadNotify ein. Diese informiert darüber, ob eine E-Mail gelesen wurde und teilt die IP-Adresse des Empfängers mit.

Die Technik werde sowohl von Behörden als auch von Unternehmen genutzt, sagte Chris Drake, ReadNotify Chief Technology Officer. Sie sei in Australien und in den USA legal.

US-Rechtsexperten sind davon nicht überzeugt. Das E-Mail Tracing könnte die Gesetze bestimmter Bundesstaaten verletzten, sagte Chris Jay Hoofnagle, Senior Staff Attorney an der Samuelson Law, Technology and Public Policy Clinic der University of California, Berkeley.

So untersage es Kalifornien, bestimmte Aktionen auf dem PC eines Anwenders ohne dessen Wissen auszuführen. Niemand könne bislang sicher sein, dass HPs E-Mail-Tracing-Auftrag diese Bestimmungen nicht verletzte, so Hoofnagle.