Time Warner peilt Europa an

Management

In den USA sieht der amerikanische Medienkonzern Time Warner nur noch geringe Wachstumschancen, Konzernchef Richard Parsons schielt deshalb Richtung Europa und hat dabei vor allem Internetunternehmen im Visier.

“Wir wollen Wachstum in zwei Feldern erreichen”, sagte Parsons gegenüber der Financial Times Deutschland. “Das erste sind neue Technologien, das zweite neue geografische Märkte.” In diesem Sinne blicke man vor allem nach Europa, da der Kontinent über eine entwickelte Ökonomie und eingeführte Medienplattformen verfüge.

Allerdings suche das Unternehmen weniger nach Kandidaten aus dem klassischen Mediengeschäft, sondern nach Internetangeboten mit vielen Nutzern. Damit könnten Internetportale wie T-Online, Tiscali und Lycos Europa gemeint sein, spekuliert das Blatt. Zudem sagte Parson, er sehe neues Potenzial im Geschäft mit TV-Kabelnetzen, das er für unterbewertet halte. Als Beispiel für eine Firma, die “auf dem Radarschirm” des Konzerns ist, nannte Parson den britischen Kabelnetzeigner und Pay-TV-Anbieter NTL.

Generell müsse sich Time Warner um Wachstum jenseits der angestammten Märkte kümmern, weil die USA als Hauptmarkt nicht mehr viel hergäben. Gerade Time Warner macht sich derzeit viele Gedanken über seine Strategie, weil der Konzern derzeit seine Internetsparte AOL komplett umkrempelt. Das neue AOL-Modell soll laut Parson eher dem Internetportal Yahoo als Google gleichen. “Ich glaube an den Wert der Inhalte.”

Mit Blick auf das von Google aufgekaufte Videoportal Youtube ergänzte der Time-Warner-Boss: “Die AOL-Verantwortlichen hätten das liebend gerne übernommen. Aber eine klassische Medienfirma könne niemals den hohen Preis rechtfertigen. “Ich sage. Lasst uns selbst Dinge erfinden! Lasst uns nicht 1,6 Milliarden Dollar für etwas bezahlen, sondern selbst etwas tun!”