Berufsakademie breitet sich zwischen Uni und Berufsschule aus

Management

Nach anfänglich großer Euphorie gehen die Zahlen der Ausbildungsplätze in den IT-Berufen kontinuierlich zurück.

Das hochgelobte IT-Weiterbildungssystem hat noch nicht Fuß gefasst. Fachleute machen in beiden Fällen die schwache Konjunktur dafür verantwortlich. Bei IBM spielt die Ausbildung in den IT-Berufen keine Rolle mehr und Hewlett-Packard (HP) ist auf dem Weg dahin.

Der Arbeitsmarkt in der Computerbranche war innerhalb der vergangenen zehn Jahre von einem Hoch- und einem Tiefpunkt gekennzeichnet: Mitte der 90er Jahre wurde die New-Economy geboren. Der Arbeitsmarkt konnte für deren gigantisches Wachstum nicht genügend Fachkräfte liefern. Als die Internet-Blase platzte, wurden Informatiker als Arbeitssuchende zu Stammgästen bei der Bundesagentur für Arbeit.

Zwischen diesen beiden Extrempunkten wurden 1997 vier neue IT-Berufe geschaffen, um den gigantischen Bedarf an Spezialisten zu decken. 2002 folgte das IT-Weiterbildungssystem, das allen IT-Fachkräften und nicht zuletzt auch den zahlreichen Seiteneinsteigern in der Branche eine Perspektive der qualifizierten Weiterbildung bieten sollte.

Jetzt, im Herbst 2006 herrscht auf allen Ebenen Realität am Arbeitsmarkt vor: Die Arbeitslosenzahlen bei den Informatikern gehen leicht zurück, aber auch die Stellenangebote für Azubis in den vier Berufen Fachinformatiker, Informatikkaufmann, IT-Systemelektroniker und IT-Systemkaufmann. Während es im Jahr 2002 rund 53.500 Ausbildungsplätze in den vier IT- Kernberufen gab, waren es 2005 nur noch rund 43.000. Für das laufende Jahr erwartet das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BiBB), dass zumindest der Abwärtstrend gestoppt wird.

Sättigung ist erreicht

“In den Unternehmen ist eine Sättigung erreicht”, sagt Hans Weißmann, der beim BiBB in Bonn für die IT-Berufe und die IT-Weiterbildung zuständig ist. Trotz Rückgang der angebotenen Ausbildungsplätze ist er überzeugt, dass sich die Berufe in der Praxis bewährt haben. “Was auch für die IT-Weiterbildung gilt”, so Weißmann.

Das IT-Weiterbildungssystem ist in drei Qualifizierungsstufen aufgegliedert. Auf der ersten Ebene sind insgesamt 29 Spezialistenprofile in sechs übergeordneten Profilen zusammengefasst. Die Spezialistenprofile bilden die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder in der IT-Branche ab. Zu den so genannten IT-Spezialisten zählen der Security Technician und der Kundenbetreuer. Dann folgen Operative Professionals, deren Ausbildungsniveau mit dem von Bachelor-Absolventen gleichgestellt werden soll.