HP, Intel und Oracle begleiten Mainframes zur Tür

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Hewlett-Packard (HP) sieht bei seiner Backend-Strategie der Zukunft keinen Platz für Mainframes mehr. Zusammen mit Oracle und Intel soll diese Roadmap in die Realität umgesetzt werden.

Auf Oracles Hausmesse OpenWorld kündigte HP-Chef Mark Hurd die ‘Application Modernization Initiative’ an, um gemeinsam mit dem Chip- sowie dem Softwarelieferanten Anwendern den Wechsel von Mainframes auf HP-Server mit Intel-Itanium-Prozessoren und Oracle Applikations-Software zu erleichtern.

Bestandteil der Initiative ist, dass HP, Intel und Oracle auf Wunsch die Mainframe-Infrastruktur einer Firma analysieren und Alternativ-Anwendungen auf Itanium-Servern vorschlagen. Dazu zählt auch eine vordefinierte und getestete Referenz-Architektur, die aus Komponenten der Initiativpartner besteht.

Im Einzelnen setzt sich das Paket zusammen aus HP-Services, Integrity-Systemen unter Intel-Itanium und mit der ‘HP Virtual Server Environment Reference Architecture’ an Bord. Von Oracle kommt die Grid Computing Platform, die auch SOA kann, inklusive der 10g-Datenbank mit Applikations-Clustern. Ferner die Oracle Fusion Middleware sowie Enterprise Manager/Grid Control.

Auch vor der eigenen Hütte will Hurd kehren und soviel IT-Arbeit wie möglich automatisieren. Er sei “kein großer Fan von Mainframes” gab Hurd zu und hat nach eigenen Angaben für die Modernisierung der Backend-Technology einen Drei-Jahres-Plan in der Schublade. Auf diesem Plan steht die Automatisierung von Prozessen ganz oben. Rund 65 Prozent des IT-Budgets eines Unternehmens würden darauf verwendet, Mainframes zu warten.

Experten sehen in der Initiative zuvorderst ein Zweckbündnis. Jeder Anbieter für sich genommen könnte auf dem lukrativen Markt der Migration und Modernisierung von Mainframe-basierten Anwendungen weit schwerer bestehen, beurteilt Ovum-Analyst Dwight Davis die Situation. Zweifellos können eine Reihe von Mainframe-Applikationen von der Migration auf ein modernes, standardbasiertes System profitieren. Andererseits werden die Anwender zögern und sich fragen, ob es Sinn macht, eine funktionierende Infrastruktur aufzugeben, ohne zu wissen, ob ihre speziellen Anwendungen unter einem modernen System noch laufen.

IBM ist naturgemäß ein Freund des Mainframes und Oracle hat zeitgleich mit der Initiative seine Partnerschaft mit Big Blue unterstrichen. Die alten IT-Boliden werden sich nicht so leicht aus den Rechenzentren vertreiben lassen. Unterstützt werden sie dabei von Studien, die immer wieder ihre glorreiche Zukunft voraussagen.

Erst vor wenigen Wochen attestierte die Robert Frances Group den Mainframes Langlebigkeit. Die Analysten sehen in dem Trend zu immer mehr Server- und Speichervirtualisierung den Beweis, dass der Markt das Mainframe-Modell auch weiterhin akzeptiert.