Firmen mögen ihr Web 2.0 klein und fein

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Immer mehr Anwender in Deutschland erhoffen sich mehr Effizienz von der Einführung semantischer Web-Technik, auch Web 2.0 genannt.

Sie wollen dadurch vor allem einen einfachen und strukturierten Zugriff auf Informationen erreichen, hat das Fraunhofer Institut herausgefunden. Eine erste systematische Untersuchung sollte zeigen, wie semantische Technologien im Unternehmensalltag eingesetzt werden.

Demnach werden die Techniken eingesetzt, um die im Unternehmen und im Internet verfügbaren Daten mit Hilfe von standardisierten Beschreibungssprachen wie XML zu erschließen und in umfassenden Ordnungssystemen, den so genannten Ontologien abzubilden. Jedoch werden sie noch nicht überall eingesetzt.

Wie die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie durchgeführte Studie zeigte, ist das Thema nach wie vor überwiegend auf Forschung und Entwicklung beschränkt. In betrieblichen Informationssystemen werden sie bisher nur in wenigen Bereichen wie Service, Vertrieb und Marketing oder bei Archiv- und Content-Diensten eingesetzt. Jedoch stellten die Experten fest, dass Firmen, die die Techniken richtig implementierten, damit erstaunliche Ergebnisse erreichen konnten: in Einzelfällen sogar Effizienzsteigerungen von bis zu 50 Prozent.

Größtes Hindernis bei der Einführung ist zufolge den 500 Experten aus Wissensmanagement und IT, die befragt wurden, vor allem eins: die Usability der vorhandenen Systeme. Bei unerfahrenen Nutzern führte die oft komplexe Abfragesyntax zu Akzeptanzproblemen, während sie bei Experten häufig keinen Zusatznutzen brachte. Automatische Verfahren zur semantischen Datenverarbeitung beispielsweise Cluster- und Klassifikationsverfahren werden bislang nur unterstützend eingesetzt, die manuellen Verfahren zur semantischen Auszeichnung von Daten überwiegen. Als besonders wichtig wurde die enge Verzahnung von semantischen Technologien mit den entsprechenden Geschäftsprozessen angesehen. Auch ein klares organisatorisches Konzept sowie eindeutige Zieldefinitionen seien bei der Einführung von semantischen Technologien unumgänglich.

Im laufenden Betrieb hingegen bemängelten die Erstnutzer, dass es bislang keine definierten Qualitätskriterien für die Auszeichnung von Unternehmensdaten gibt. Und als generell problematisch bezeichneten sie demnach den hohen Aufwand für semantische Datenpflege. Dieser sei nur über einen erheblichen Servicegewinn zu rechtfertigen. Dabei zeichne sich ab, dass kleine, aber feine Einzelanwendungen, die einen zentralen Geschäfts- oder Informationsprozess unterstützen, effizient sind. Eine umfassende semantische Integration aller Datenbestände eines Unternehmens habe hingegen seltener die gewünschten Resultate erbracht, hieß es.