IBMs Konzernzentrale greift in Deutschland durch

Management

In der Führungsspitze von IBM Deutschland werden kurz vor Jahresende kräftig die Stühle gerückt. Der bisherige Deutschlandchef Johann Weihen hat sein Amt niedergelegt.

Zum sofortigen Nachfolger wählte der Aufsichtsrat Martin Jetter. Weihen erklärte, er verabschiede sich wie geplant in den Ruhestand. Nach Informationen der Financial Times Deutschland, soll der Rückzug des 60-Jährigen aber mit der schlechten Geschäftsentwicklung in Deutschland zu tun haben.

“Der Druck aus der US-Konzernzentrale wurde immer größer. Dort ist man sehr unzufrieden mit Deutschland”, zitiert das Blatt einen Insider. Weihen war es nicht gelungen, die vom US-Hauptquartier gewünschten Einsparungen bei den Pensionsplänen durchzusetzen und das Geschäft in Schwung zu bringen. IBM hatte in Deutschland im vergangenen Jahr bereits rund 2000 Arbeitsplätze abgebaut und die Standorte Hannover und Schweinfurt aufgelöst. Insgesamt beschäftigt IBM 22.000 Mitarbeiter.

Im abgelaufenen Quartal sollen die internen Ziele erneut verfehlt worden sein, hieß es aus Unternehmenskreisen. “Zwar nur knapp aber es lief schon wieder nicht so wie gewünscht”, hieß es. “Wenn die Zahlen besser gewesen wären, hätte Weihen noch ein Jahr weitergemacht.” Schon vor einem Jahr wurde Weihen allerdings die Zuständigkeit für Österreich und die Schweiz entzogen.

Nachfolger Martin Jetter hatte zuvor die Beratungssparte Global Business Services von IBM in Nordosteuropa geleitet. Nun soll er die neue Strategie von Konzernchef Sam Palmisiano umsetzen, das Unternehmen über das Geschäft mit IT-Services hinaus als Spezialisten für Beratung und Outsourcing zu etablieren.