Noch wenig Sicherheit für Vista

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Nachdem Microsoft Vista für Unternehmen frei gegeben hat, haben die großen Hersteller von Sicherheits-Software noch keinen Support für den XP-Nachfolger. Einige Bedrohungen für XP jedoch ‘unterstützen’ auch Vista.

CA, TrendMicro und Symantec müssen laut eigenen Angaben an ihren Produkten noch Hand anlegen. McAfee sei hingegen bislang der einzige große Sicherheitsspezialist, dessen Lösung Vista unterstützt.

In den nächsten Wochen werden die Hersteller, die bereits neue Versionen angekündigt haben, diese auch ausliefern. Symantec etwa will Antivirus Enterprise Edition zum Jahresende veröffentlichen. Anfang Februar will CA nachziehen. TrendMicro werde eine überarbeitete Version von OfficeScan “in der ersten Hälfte 2007” nachliefern.

McAfee will nun mit dem Vorsprung vor den anderen Großen der Sicherheitsbranche das Image aufpolieren. “McAfee ist der einzige große Sicherheits-Hersteller, der bereits jetzt Support für Vista bietet”, so Rees Johnson, Vice President bei McAfee, gegenüber Cnet USA.

Allzugroße Eile scheint aber nicht geboten zu sein. Schließlich werden sich die meisten Unternehmen mit der Migration noch Zeit lassen. Brian Gammage, Analyst bei dem Marktbeobachter von Gartner, erklärte gegenüber silicon.de: “Für Unternehmen liegt der ideale Zeitpunkt für eine Migration auf eine neue Version eines Betriebssystems zwischen 12 und 18 Monaten nach Veröffentlichung.” Bis dahin würden sich die Anwendungen unabhängiger Anbieter mit der neuen Version vertragen und Unternehmen könnten dennoch aus den Upgrade-Zyklen maximalen Nutzen ziehen.

Aber: “Das Fehlen von Sicherheits-Software seitens der großen Anbieter, wird ein weiterer Grund für die Unternehmen sein, nicht sofort auf Vista zu migrieren”, so Natalie Lambert, Analystin bei Forrester Research. Nach wie vor würden zahlreiche wichtige Anwendungen in Unternehmen noch keinen Support für Vista bieten, kritisiert die Analystin. Daher erwarte Lambert einen massenhaften Umstieg auf Vista erst mit dem Jahr 2008. Damit sind Gartner und Forrester auf einer Linie.

Microsoft hingegen spricht eine andere Sparche. Steve Ballmer etwa erklärte bei der Vorstellung des neuen Betriebssystems in New York, dass er gegen Ende 2007 rund 200 Millionen Anweder der neuen Versionen von Vista, Office und Exchange erwartet. Zudem geht Microsoft angeblich davon aus, dass die Migration bei Unternehmen auf die neue Version doppelt so schnell vonstatten gehen werde als beim Vorgänger XP.

Vor allem Sicherheit führt Microsoft als Verkaufsargument für die neue Plattform. So erklärten hochgestellte Mitarbeiter, dass sie künftig auf Antiviren-Produkte verzichten wollen. Ganz so rosig jedoch sei die Welt durch Vista nicht geworden. Für Unternehmen wäre es törichter Leichtsinn – trotz großer Fortschritte von Microsoft bei diesem Thema – mit Vista auf zusätzliche Sicherheits-Software zu verzichten.

Der britische Spezialist Sophos veröffentlichte jüngst auf seiner Webseite, dass rund ein Drittel der wichtigsten zehn XP-Schadprogramme der zurückliegenden Monate auch Vista erfolgreich angreifen können. Die drei wichtigsten Viren des Monats November, Stratio-Zip, Netsky-P und MyDoom-O, gefährden auch Vista. Sie machen laut Sophos rund 40 Prozent der aktuellen Virenflut aus.

Daher werden Anwender sich auch unter Vista zusätzlich schützen müssen. Sophos glaubt zudem, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich Hacker an die neuen Technologien in Vista angepasst haben. Dennoch sieht auch dieser Hersteller gewisse Fortschritte beim Schutz gegen Bedrohungen im neuen Betriebssystem.

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