Birmingham stoppt Linux-Projekt

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Die englische Stadt Birmingham stellt nach wenigen Monaten ein Linux-Projekt für Desktops ein.

Die Verwalter Birminghams planten, etwa 1500 Desktops in den Bibliotheken der Stadt auf denen Windows XP installiert war, mit Linux-Systemen abzulösen. Nachdem jetzt etwa 200 PC umgerüstet wurden, stoppten die Verantwortlichen das Projekt.

Es sei billiger mit Windows XP, hieß es aus der Stadtverwaltung. Schnell kochten Gerüchte hoch, Microsoft habe Birmingham einen Sonderrabatt eingeräumt, um die Stadt als Kunden zu halten.

Microsoft weist solche Vermutungen brüsk zurück. Es existiere ein allgemeines ‘Buying Framework’ und das gelte für alle lokalen öffentlichen Verwaltungen. Auf die Frage, ob das Projekt, dazu dienen sollte, von Microsoft bessere Preise zu bekommen, antwortete Glyn Evans, Leiter IT der Stadt Birmingham, gegenüber ZDnet-UK: “Wir wollten weder einen besseren Preis von Microsoft noch war das ein erklärtes Ziel dieses Projektes.”

Offiziell ist bis dato noch nichts ans Licht gekommen, jedoch sind sich einige Experten in der Industrie sicher, dass Microsoft über Rabatte und Preisnachlässe, Open-Source-Konkurrenz vor allem aus öffentlichen Projekten zu verdrängen versucht.

Mittlerweile scheint es sich jedoch herumgesprochen zu haben, dass es im Vorfeld von Verhandlungen mit dem Microsoft-Sales-Team nicht schaden kann, sich lautstark über ein Open-Source-Projekt Gedanken zu machen.

“Wenn Microsoft die Preise so weit senkt, dass es keinen Sinn mehr macht, ein Open-Source-Produkt einzusetzen, dann ist das für die Organisation ein gutes Geschäft”, kommentiert Laurent Lackal, Senior Analyst bei Ovum.